Jaubert Sytem

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    • Guten Abend Martina

      Selber habe ich dieses System nie gefahren.
      Habe aber diverse Kollegen aus Fraankreich gehabt, wo dies gefahren habe.
      Wen du genügend Beckentiefe hast, ist dies sicherlich eine Variante.
      Die benötigte Schichtstärke von min. 10cm sollte da nicht unterschritten werden. ;)
      ><((((º> <º)))) ><

      Salzige Grüsse
      Henning
    • Im Deep Sand und Jaubert System läuft eine passive Denitrifikation ab, also Nitratabbau ohne zusätzliche organische Fütterung oder abbaubare Biopolymere ("Pelletfilter").


      Der komplexe Vorgang ist nicht steuerbar. Dass heißt, wenn eine zu hohe Belastung im Aquarium (zu viele Fische mit zu viel Futter) vorliegt, oder die Strömung über dem Bodengrund nicht ausreicht, dann kann es zur sogenannten Desulfurikation kommen - der Boden wird teilweise schwarz und produziert giftigen Schwefelwasserstoff. Wenn der Schwefelwasserstoff in großen Mengen in den freien Wasserraum gelangt (grabende Tiere im Deep Sand; bei Jaubert ausgeschlossen; oder der Aquarianer wühlt den Boden um), dann ist das der erste Schritt zur Katastrophe.


      In mäßig besetzten Aquarien sind beide Systeme eine naturnahe, mit wenigen Kosten verbundene Möglichkeit, den Nitratwert im nierigen Bereich zu halten.

      Die andere Variante ist die aktive Denitrifikation, bei der in einem Extrafilter (Wodka-Methode mal ausgeschlossen) die Denitrifikation abläuft. Zu nennen sind Biopolymere (bei geringem Durchfluss - nicht der typische Pelletfilter), Schwefelnitratfilter (die Bakterien leben auf und vom Schwefel) oder mit organischen Substanzen (z.B. Alkohol) gefütterte Systeme. Alle Systeme können separat gesteuert werden und zur Not ganz aus dem System entfert werden - bei Deep Sand oder Jaubert ist das nicht ohne weiteres möglich. Aber die aktive Denitrifikation ist natürliche mit Extrakosten verbunden.
      LG Burkhard
    • Burkhard Ramsch schrieb:

      Im Deep Sand und Jaubert System läuft eine passive Denitrifikation ab, also Nitratabbau ohne zusätzliche organische Fütterung oder abbaubare Biopolymere ("Pelletfilter").


      Der komplexe Vorgang ist nicht steuerbar. Dass heißt, wenn eine zu hohe Belastung im Aquarium (zu viele Fische mit zu viel Futter) vorliegt, oder die Strömung über dem Bodengrund nicht ausreicht, dann kann es zur sogenannten Desulfurikation kommen - der Boden wird teilweise schwarz und produziert giftigen Schwefelwasserstoff. Wenn der Schwefelwasserstoff in großen Mengen in den freien Wasserraum gelangt (grabende Tiere im Deep Sand; bei Jaubert ausgeschlossen; oder der Aquarianer wühlt den Boden um), dann ist das der erste Schritt zur Katastrophe.


      In mäßig besetzten Aquarien sind beide Systeme eine naturnahe, mit wenigen Kosten verbundene Möglichkeit, den Nitratwert im nierigen Bereich zu halten.

      Die andere Variante ist die aktive Denitrifikation, bei der in einem Extrafilter (Wodka-Methode mal ausgeschlossen) die Denitrifikation abläuft. Zu nennen sind Biopolymere (bei geringem Durchfluss - nicht der typische Pelletfilter), Schwefelnitratfilter (die Bakterien leben auf und vom Schwefel) oder mit organischen Substanzen (z.B. Alkohol) gefütterte Systeme. Alle Systeme können separat gesteuert werden und zur Not ganz aus dem System entfert werden - bei Deep Sand oder Jaubert ist das nicht ohne weiteres möglich. Aber die aktive Denitrifikation ist natürliche mit Extrakosten verbunden.
      Danke für die ausführliche Erklärung. Meine Frage ging dahin, dass ich nächstes Jahr den Standplatz vom Aquarium voll ausnützen möchte,das heisst ein 1,60m Becken aufzustellen. Von den Kosten ist das für mich realisierbar in Hinblick auf Anschaffung und Unterhalt. Mich reizt es mit Low Budget und viel in DIY anzugehen. Die Technik möchte ich, aus Kostengründen wieder im Aquarium ansiedeln. Da bin ich auch am überlegen wie man die gekonnt "versteckt" ohne Einbußen von der Strömung zu haben.
      Eventuell mit Riffmörtel und Sand "verkleiden"....
      Freue mich über jede Anregung um mein Projekt zu realisieren. Diejenigen die schon länger hier im Forum sind wissen ja um meine Schrittweise Vergrößerungen über die Jahre. 30 L, 60L, 160L...
      Grüße Martina
      Die Formel meines Glücks:
      ein JA,
      ein NEIN,
      eine gerade Linie
      ein Ziel
      Friedrich Nietsche
      BESTE GRÜßE
      MARTINA
    • Das System wurde doch vor Urzeiten mal im Aquarium in Monaco eingesetzt. Etliche haben irgendwann Probleme mit der Schwefelbildung bekommen. In Monaco war das kein Thema, da die Becken nach meiner Information drei- oder fünfmal täglich (ich weiß es nicht mehr genau) das Beckenwasser gegen frisches Meerwasser ausgetauscht haben. Super System :dance: :ironie:
      Gruß
      Burkhart
    • Sowohl Jaubert wie auch Deep Sand Bed oder Miracle Mud funktionieren bei ausreichender Bodenhöhe ab 8 cm aufwärts sicherheitshalber ab 10 cm. Diese Bodenfiltrsysteme müssen natürlich dem Besatz angepasst sein und auch dort muß eine Nährstoffversogung gewährleistet sein. IdR sind C und Fe die limitierenden Faktoren. Die scharzen Bereiche die sich bilden in Schwefel-Eisen-Verbindungen die aber von entsprechenden Bakterien verstoffwechelt werden können. Bei Jaubert ist auch wegen Schwefelwasserstoff ja ein Bereich abgegrenzt, damit dort eben nicht gegraben werden kann. An sich sollte bei entsprechener Fütterung gar nicht so viel Schwefelwasserstoff entstehen, das er gefährlich werden könnte. Kleine Blasen die ab und an aufsteigen sollten keinen Einfluss auf das gesamte Aquarium haben. Die Systeme lassen sich auch in einem Sumpf oder über mehrerer Etagen anlegen.
      Viele Grüße
      Bernhard : gruebel : :thumbup: : Seepferd : :Krabbe:
    • Liebe Martina,

      nachdem jetzt ja viel theoretisch beigetragen wurde, versuche ich nochmal auf Deine Frage nach "Erfahrungen" einzugehen. Obwohl, wie gesagt, es bei mir Deep Sand ist, ohne die Abtrennung der Bereiche.

      Ich bin im Prinzip zufrieden, das System läuft bei mir jetzt seit, ich glaube, 3,5 Jahren (ich weiß immer, dass ich das Becken Pfingsten gestartet habe, aber nicht mehr genau, welches Jahr). Es ist bei mir das einzige Becken, in dem SPS richtig gut gedeihen. Es sind nicht viele Fische drin und ich füttere eher "mager", eigentlich ausschließlich Artemien. Vielleicht läuft es deshalb so gut, weil es nicht so viel zu verarbeiten gibt. Phosphatabsorber gebe ich einigermaßen regelmäßig rein und ich hab das Gefühl, ich muss recht oft Mulm absaugen. Das ist bei der Beckengröße und dem recht überschaubaren Riffaufbau bei jedem Wasserwechsel leicht möglich. Der ganze Nitrathaushalt scheint stabil gut zu laufen.

      Ich bin recht entspannt mit dem System, weil ich es in der Beckengröße, die ich habe (70x50x50), jederzeit recht schnell ausgeräumt hätte, wenn der Boden "kippt". Das ist halt bei einem Becken in der Größe, die Du planst, nicht mehr so leicht möglich. Deshalb würde ich es mich bei der großen Beckengröße nicht trauen. Du willst ja auch sicher einen schönen Besatz an Fischen haben, die man entsprechend füttern muss. Für mich persönlich würde das dagegen sprechen, wäre mir zu heikel. Auch die Sache mit dem Mulm absaugen ist in einem großen Becken viel schwieriger.

      Mein Fazit: bei einem kleinen Becken aus Neugierde immer wieder, aber bei einem großen würde ich es nicht machen.
      LG, Pat

      Ehem Scubaline 460 Marin,
      TMC MicroHabitat 60
      und ein altes, umgerüstetes Eheim 54 l Süßwasserbecken: 1xgross und 2xklein
      Eheim proxima 175 l: Nr. 5 lebt!
    • Pat_2015 schrieb:

      Liebe Martina,

      nachdem jetzt ja viel theoretisch beigetragen wurde, versuche ich nochmal auf Deine Frage nach "Erfahrungen" einzugehen. Obwohl, wie gesagt, es bei mir Deep Sand ist, ohne die Abtrennung der Bereiche.

      Ich bin im Prinzip zufrieden, das System läuft bei mir jetzt seit, ich glaube, 3,5 Jahren (ich weiß immer, dass ich das Becken Pfingsten gestartet habe, aber nicht mehr genau, welches Jahr). Es ist bei mir das einzige Becken, in dem SPS richtig gut gedeihen. Es sind nicht viele Fische drin und ich füttere eher "mager", eigentlich ausschließlich Artemien. Vielleicht läuft es deshalb so gut, weil es nicht so viel zu verarbeiten gibt. Phosphatabsorber gebe ich einigermaßen regelmäßig rein und ich hab das Gefühl, ich muss recht oft Mulm absaugen. Das ist bei der Beckengröße und dem recht überschaubaren Riffaufbau bei jedem Wasserwechsel leicht möglich. Der ganze Nitrathaushalt scheint stabil gut zu laufen.

      Ich bin recht entspannt mit dem System, weil ich es in der Beckengröße, die ich habe (70x50x50), jederzeit recht schnell ausgeräumt hätte, wenn der Boden "kippt". Das ist halt bei einem Becken in der Größe, die Du planst, nicht mehr so leicht möglich. Deshalb würde ich es mich bei der großen Beckengröße nicht trauen. Du willst ja auch sicher einen schönen Besatz an Fischen haben, die man entsprechend füttern muss. Für mich persönlich würde das dagegen sprechen, wäre mir zu heikel. Auch die Sache mit dem Mulm absaugen ist in einem großen Becken viel schwieriger.

      Mein Fazit: bei einem kleinen Becken aus Neugierde immer wieder, aber bei einem großen würde ich es nicht machen.
      Danke Dir für Deine Einschätzung !
      Die Formel meines Glücks:
      ein JA,
      ein NEIN,
      eine gerade Linie
      ein Ziel
      Friedrich Nietsche
      BESTE GRÜßE
      MARTINA