Ende von Seepferdchen

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    • Ende von Seepferdchen

      Hallo,

      man liest logischerweise sehr häufig, dass sich jemand neue Tiere anschafft. Dagegen eher selten liest man, wie diese Tiere verendet sind. Aber mal ehrlich, wer von euch hat schon mal ein Tier zurück ins Meer gebracht? Diese Schattenseite unseres Hobby wird leider gern verdrängt ... Ich denke jedoch, dass ich es euch schuldig bin, auch diesen traurigen "Abschlussbericht" zu liefern.

      Seit gestern habe ich kein Seepferdchen mehr. In den 1,5 Jahren seit Anschaffung der ersten Tiere musste ich mit ansehen, wie eines nach dem anderen qualvoll stirbt. Entweder an einer Krankheit oder einfach verhungert. Und genau da liegt das Problem: Man muss füttern ohne Ende, damit sich so ein Pferdchen vielleicht mal ein Mysis schnappt. Und das macht viel Dreck im Aquarium, der wiederum Krankheitsherde begünstigt. So hat man die Wahl zwischen abgemagerten Tieren oder Vibrios + co. Bei mir war es von beidem ein bisschen ...

      Ich halte ja nun schon eine Weile erfolgreich Seenadeln aus der Ostsee, die auch schon schwer ans Futter gehen. Aber gegen Seepferdchen sind das ja wahre Fressmaschinen! Wer selbst noch keine Pferde hatte, kann sich vermutlich kaum vorstellen, wie laaaaaaangsaaaaaam die fressen und wie oft sie einfach nach minutenlanger Begutachtung der Mysis dann doch nicht zubeißen :S Natürlich habe ich verschiedene Mysis getestet, unter anderem von Erdmann. Aber das machte letztlich keinen Unterschied, die billigen werden genauso gut oder schlecht gefressen wie die "guten".

      Die einzige Möglichkeit scheint darin zu liegen, die Pferde in einem relativ sterilen Umfeld zu halten, sodass man übrig gebliebenes Futter gut wieder absaugen kann. Das war aber nicht mein Ziel, ich möchte ja ein voll eingerichtetes "Gesellschaftsaquarium" und kein Labor.

      Daher hat sich für mich das Thema Seepferdchen erledigt. Vielleicht als Rentner nochmal ... Aber nun bin ich ehrlich gesagt sogar recht froh, dass es vorbei ist. Die vielen Stunden für Fütterung und Reinigung, viel Technik wie Ozon und UVC, Medikamente in allen Variationen und immer auf der Suche nach frischen Mysis. Und am Ende erhält man dafür Leid und Tot. ;(

      Ich kann daher nur jedem, der nicht extrem viel Zeit hat, empfehlen, von Seepferdchen Abstand zu halten. Allen Anderen natürlich weiterhin viel Erfolg!
      Gruß, Robert
      __________________________________________________________________________
      I) 460l Miniriff
      Algenrefugium, 180W LED (DIY), Mondphasen- und Strömungssimulation, DIY-Wavebox, Balling, DIY-Aquariencomputer
      II) 240l Nord-/ Ostsee / Mittelmeer - Anemonenaquarium
      35g/l Salz, je nach Jahreszeit 10...20°C, gekühlt über Erdleitung, 30W LED
      III) 200l Nord-/ Ostsee - Röhrenmäuler
      60W LED, Wasserkreislauf verbunden mit II)
    • Hi Robert,

      kann ich gut nachvollziehen, auch wenn ich bis jetzt keine Kalt-Pferdchen gepflegt habe.
      Aber das Dilemma von ständigem füttern müssen und der Wasserhygiene...und das ganze
      noch bei "frierenden" Filterbakterien...ist wirklich ein Problem.
      Finde ich gut, deine ehrlichen Worte...so schön die Pferde auch sind. Manchmal schwirren sie mir
      auch im Kopf herum. Aber wenn (zumal jetzt nach deinen Erfahrungen), dann würden es bei mir
      wohl auch eher tropische werden.


      bye :)
      Edwin
    • Hallo Robert

      Vielen Dank für deine offenen Worte. Bei den Kaltwasserpferden scheint es wohl so das eine Haltung extrem schwierig ist.

      efyzz schrieb:

      Die einzige Möglichkeit scheint darin zu liegen, die Pferde in einem relativ sterilen Umfeld zu halten
      Kann ich bei den kalten Pferden nicht beurteilen. Aber meine Reidis leben jetzt genau zwei Jahre keineswegs steril. Es sind Gorgonien im Becken ebenso Macroalgen und Bodengrund. Oder meintest du mit steril UVA und Ozon? Dieses habe ich allerdings auch.

      efyzz schrieb:

      sodass man übrig gebliebenes Futter gut wieder absaugen kann
      Nicht ganz Biotop gerecht habe ich mir zu diesem Zweck eine Grundel angeschafft, die wunderbar alles liegen gebliebene verwertet.

      Aber wie Edwin schon schreibt, Kaltwasser und Tropisch trennen wohl Welten.
      Beste Grüße
      Harald

      Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
      Ich entscheide mich für den Mut.
    • Nabend,

      danke für eure sachliche Stellungnahme : Hut :
      Hatte jetzt einen Mix aus Beileidsbekundungen und Anschuldigungen erwartet, die aber auch niemanden weiter bringen. Eure Antworten sind definitiv besser! ;)

      Vielleicht sind die tropischen Pferde tatsächlich einfacher zu halten. Aber wirklich einfach sicherlich auch nicht.

      Harald schrieb:

      Oder meintest du mit steril UVA und Ozon?
      Nene Harald, ich meinte schon ohne Bodengrund und Einrichtung, dafür mit Plastikpflanzen :D

      Dieter.L schrieb:

      So ist es ! schade das du nicht nach Waltrop kommst Robert
      Ja stimmt. Ich würde, wenn ich nicht so ungern Auto fahren würde ... Aber komm Du doch mal zur Ostsee-Exkursion!
      Um ans Meer zu kommen nehme ich die Strapazen dann doch 1-2 mal im Jahr auf mich.
      Gruß, Robert
      __________________________________________________________________________
      I) 460l Miniriff
      Algenrefugium, 180W LED (DIY), Mondphasen- und Strömungssimulation, DIY-Wavebox, Balling, DIY-Aquariencomputer
      II) 240l Nord-/ Ostsee / Mittelmeer - Anemonenaquarium
      35g/l Salz, je nach Jahreszeit 10...20°C, gekühlt über Erdleitung, 30W LED
      III) 200l Nord-/ Ostsee - Röhrenmäuler
      60W LED, Wasserkreislauf verbunden mit II)
    • Guten Morgen

      Ich kenne das Problem zu gut!
      Pferde sind da doch sehr empfindlich.

      Wenn die Kaltwasser-Pferde noch langsamer sind, dann könnte ich mir vorstellen das diese deutlich besser mit Lebendfutter zu halten sind. Allerdings ist das ja super aufwendig und sehr teuer!
      Lieben Gruß aus Osnabrück,

      Niklas