A.Ocellaris-Larven am 3.Tag fast alle tot... Wer hat eine Idee an was es liegen könnte?

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    • A.Ocellaris-Larven am 3.Tag fast alle tot... Wer hat eine Idee an was es liegen könnte?

      Hallo zusammen,

      in der Nacht zum 22.5. habe ich äußerst erfolgreich eine große Menge A.Ocellaris-Larven abgeschöpft.

      Lief alles wie immer: mit 9L Aquariumwasser in Kugel, kein Phytoplankton, 25.1°C, 4-6 Blubberblasen/Sek, über Nacht ganz wenig indirektes Licht.
      Am selben Tag abends dann B.Rotundiformis (angereichert mit Orange+ und N.Oculata) verfüttert - und die Kugel mit N.Oculata leicht eingegrünt. Temperatur war auf 23.2°C gesunken --> Heizung nachjustiert... Ein paar Larven waren früh schon tot (abgesaugt natürlich), aber alle anderen schwammen frei und/oder an der Oberfläche (sah gut aus bzw. so wie immer).


      Gestern früh waren dann 31 tot am Boden (gefühlt zur Gesamtmenge fielen die nicht ins Gewicht), ich habe tagsüber 3x Brachionus Rotundiformis und Plicatalis (angereichert mit mit Organge+ und N.Oculata + Synecho) verfüttert und abends fiel mir schon auf, dass anormal viele Larven sich am Boden "kringeln" und wild zucken. Hab dann Luft höher gedreht und PO4 und NO3 gemessen: nicht nachweisbar.

      Heute früh waren fast alle tot am Boden, nur noch wenige schwammen frei und so als wäre nichts. Habe die Toten abgesaugt und 2 noch zuckende unter's Mikroskop gelegt (siehe Bilder). Ich konnte nichts entdecken...

      Habe heute weiter Brachionen verfüttert - aber die paar restichen Larven sterben weiter. NO2 und NH4 gemessen: sind auch fast nicht nachweisbar.

      Die Brachionen spüle ich vor'm anreichern und danach durch. N.Oculata + Synecho habe ich die letzten male auch verwendet.


      Ich habe heute versucht die zuckenden und sich kringelnden Larven aufzunehmen - kann ich rumsenden wenn gewünscht.


      Hat jemand eine Idee/einen Tip? Ich bin ratlos...


      Grüße,
      Markus
    • Hallo Marcus,
      ich wüßte jetzt nichts was ich anders gemacht hätte, bzw.habe. Lediglich die Blasenzahl hatte ich kleiner, so um eine Blase pro Sekunde.

      Meeerwasser schrieb:

      abends fiel mir schon auf, dass anormal viele Larven sich am Boden "kringeln" und wild zucken.
      Da würde ich auf eine Vergiftung tippen. Womit düngst Du z.B. Dein Phyto?
      LG
      Ralf
    • Hallo Markus

      Schau mal hier findest du einen sehr guten Bericht über die Aufzucht der Anemonenfische.
      Beste Grüße
      Harald

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    • Hallo zusammen,

      das Thema ist nicht vergessen - wollte aber erstmal Fakten schaffen bevor ich mich melde (bin ja eher der Leser, als Schreiber...).

      Vielen Dank an alle, die Hinweise gegeben haben!
      Ich will kurz auf alle eingehen:
      Rädertierchen nicht gut gespült: die schwimmen in der Tat in "Dreckbrühe" (und fühlen sich wohl) - aber da bin ich immer äußerst gründlich: vor und nach dem anreichern wird mit frischem Salzwasser passender Salinität und Temperatur gespült...

      Wasser gekippt, wegen vieler Larven: die schwimmen in 12L und haben in den ersten Tagen kaum Stoffwechsel: d.h. schließe ich aus (auch weil es letztes Jahr ja sehr gut, mit sehr vielen geklappt hat)

      Link zu Andreas Horvaths Ocellaris-Anleitung: kannte ich, ist ein guter Startpunkt, ein paar Sachen mache ich anders, z.B. füttern und "eingrünen" am 1.Tag Abends nach Schlupfnacht (unten dran noch als "Goodie" was ich interessantes gefunden habe und mal ausprobiert werden sollte)

      ...Vergiftung tippen. Womit düngst Du z.B. Dein Phyto?: Oha! Das war ein heißer Kandidat! Ich habe in der Tat mit Blumendünger aus'm Baumarkt gedüngt. Den habe ich mal auf Kupfer getestet (war keines drinne) und dann schon länger benutzt. Laut Zuchttagebuch auch schon letztes Jahr und da hatte ich nicht solche Ausfälle. Ich bin trotzdem sofort auf
      easy reefs Easybooster umgestiegen. Zooplankton lässt sich damit hervorragend füttern, "eingrünen" geht so, weil das Plankton nicht "wirklich mehr lebt", sprich sich nicht mehr vermehrt.

      Die Larven der nächsten beide Schlüpfe (Schlupfs?) habe ich damit aufgezogen.

      So richtig überzeugt war ich noch nicht von der "Phyto-Theorie" und habe mich umgehört: bei Menschen die für Bioscience Zebrafischlinien als Modellorganismen ziehen. Die kennen das Vergiftungsphänomen auch, aber nicht von Phyto, sondern von Weichmachern und anderen Zeugs in Kunststoffen!

      Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: der neue (Billig-)Heizstab aus China, mit Gummi- und Plastikteil oben drauf. Der roch äußerst unangenehm, und ich habe ihn nach dem Auspacken gleich draußen zum "ausduften" liegen lassen. Diesen Heizstab hatte ich letztes Jahr noch nicht.
      Hinweis von den Zebrafischzüchtern: ausduften an der Luft reicht nicht, Kunststoffe kommen immer für Wochen in das Wasser, in dem sie später betrieben werden (z.B. Salinität usw.) und auch bei der späteren Betriebstemperatur - macht Sinn, kann man eigentlich selber drauf kommen...


      Ich habe den Heizstab für Larvenaufzucht 2 und 3 dann so aufgehängt, das Gummi und Plastik nicht mehr mit dem Wasser in Berührung kamen.


      Um's abzukürzen: Larvenaufzucht 2 hatte eine Überlebensquote von 40% und und bei Nr. 3 habe ich 54% geschafft - d.h. ich habe eine große dreistellige Zahl A.Ocellaris die heute 119, 105 und 91 Tage als sind ;- )

      Gewonnene Erfahrung: Achtung bei Kunststoffen!!!



      Die versprochenen Goodies:

      1) das Paper "Ascertaining the potential effects of temperature on growth, survival and feeding of different juvenile clown fish" (schon von 2015, "doi: 10.12980/JCLM.3.201514J41") untersucht Überlebensquote und Wachstum verschiedener Amphiprion-Arten bei verschiedenen Temperaturen.
      Hört sich nicht spannend an, aber das Ergebnis hat selbst die Wissenschaftler überrascht! Ich kopiere mal schnell schnell die Überlebensratendiagramme rein (bevor die EU-Uploadfilter live gehen ;- ) Die Wachstumsdiagramme zeigen nichts gegensätzliches.








      2) schon von 2000 (Naga, The ICLARM Quarterly (Vol. 23, No. 2) April-June 2000 :( "Effects of photoperiod on growth of larvae and juveniles of the anemonefish Amphiprion melanopus" und nicht ganz so überraschend, bei welchem Tag/Nacht die Larven sich am besten entwickeln. 16/8 ist es.

      Grüße,
      Markus
    • Hallo Markus,
      auch wenn du aus deiner Sicht vielleicht eher der Leser als der Schreiber bist, will ich mich ganz herzlich bei dir für diesen ausführlichen Bericht bedanken! Das war ja mal richtig spannend zu lesen! ^^
      Bin gespannt, was du dazu vielleicht noch beim Stammtisch erzählen kannst!
      Herzlichen Glückwunsch zu deinen Zuchterfolgen! :thumbsup:
      Liebe Grüße,
      Vanessa
      Viele Grüße,
      Vanessa
    • Hallo Markus

      Meeerwasser schrieb:

      Um's abzukürzen: Larvenaufzucht 2 hatte eine Überlebensquote von 40% und und bei Nr. 3 habe ich 54% geschafft - d.h. ich habe eine große dreistellige Zahl A.Ocellaris die heute 119, 105 und 91 Tage als sind ;- )
      Gratulation, ich finde es großartig. : daumen hoch :

      Meeerwasser schrieb:

      Gewonnene Erfahrung: Achtung bei Kunststoffen!!!
      Ein sehr wertvoller Hinweis mit dem Heizstab Markus : nicken :

      :danke: für deinen Bericht, sehr aufschlußreich. Jetzt wollen wir aber auch ein paar :foto: von den Kleinen sehen.
      Beste Grüße
      Harald

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