Habitat Aquarium?

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    • Habitat Aquarium?

      Hallo zusammen

      Ich möchte heute mal ein Thema ansprechen, was so hoffe ich auch rege diskutiert wird.

      Nicht nur weil ich selber versuche ein Habitat Aquarium aufzubauen, also Tiere nur aus einem bestimmten Lebensraum zu pflegen.

      Also zum Pudels Kern, sind Mischbecken wo Tiere die sich in der Natur nie begegnen würden sinnvoll. Die Überlegung die ich habe, gerade auch bei den Fischen, hätten wir so eventuelle Verluste vermeiden können?

      Oder auch bei den Korallen alles schön und bunt, aber eben auch alles bunt, wegen der verschiedenen Habitate, zusammen gewürfelt. Bitte nicht negativ auffassen, denn es gibt sie die sehr schönen Aquarien mit Tieren aus verschiedenen Lebensräumen.

      Ich denke unsere Freunde der Kaltwaseraquaristik sind uns da einen Schritt voraus.
      Beste Grüße
      Harald : fisch :

      Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
      Ich entscheide mich für den Mut.


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    • Gutes Thema, Harald, und wenn man sich da mal tiefer reindenkt, wird es immer breitflächiger...
      sind Mischbecken wo Tiere die sich in der Natur nie begegnen würden sinnvoll. Die Überlegung die ich habe, gerade auch bei den Fischen, hätten wir so eventuelle Verluste vermeiden können?

      Dazu müsste die Gegenfrage erlaubt sein, würde sich eine Koralle oder ein Fisch sich gegenüber einem ihm/ihr unbekannten Tier anders verhalten als einem bekannten?
      Was eine gewisse Lernfähigkeit bzw. Erinnerungsvermögen voraussetzen würde...
      Bei einer Koralle würde ich das fast bezweifeln. Bei einem Fisch? Bestimmt möglich, aber würde er nicht einem unbekannten Tier ersteinmal auch "skeptisch" gegenüber stehen und Signalreize wie Farben und Größe auf sich wirken lassen?
      Ich denke, für die kurze Verweildauer in unseren Becken, dürfte nichts Vor- oder Nachteiliges erkennbar sein - jeder Bewohner wird sich seiner Gepflogenheit entsprechend verhalten.
      Vielleicht würden sich aber in einem spekulativen Zeitraum von einer Million Jahre andere Beobachtungen machen lassen. Was dann Evolution wäre...
    • Das ist in der tat ein sehr Intersanntes Thema Harald.

      Glaube das wir früher unter einem anderen Gesichtspunkt unser Becken betrieben habe.
      Da hat ein Gewiesser Tierbesatz als Standart gehört und man hat sich dies gekauft wo man erhalten hat beim Händler. Doch über die Jahre hat man sich sensibilisiert und probiert hier den Besatz auf eine Grösser Region zu beschrenken. Doch leider hat man da noch Tier die man vor 20 Jahren erworben hat und eigentlich stolz ist, das sie noch immer Leben.
      Heute wo fasst alles erhältlich ist, kann man da schon gezielter auf den Besatz eingehen und sich auf einen Lebensraum beschränken wo sich die Tier zumindest mal gesehen haben könnten. Doch auch hier findet man eigentlich immer bei den Niederen Tieren grössere ansammlung eine Art. Selten sind da dann mehrer ander Arten integriert. Sprich hier nich von der kleinst Fauna sondern von den Grösseren Niedern Tieren.
      Bei einem neuem Projekt würde ich hier einen Streich ziehen und mich auch auf eine Region beschrenken. Oder sogar auf eine Art beschränken und diese Pflegen und vermehren.
      ><((((º> <º)))) ><

      Salzige Grüsse
      Henning
    • Ratze schrieb:

      Dazu müsste die Gegenfrage erlaubt sein, würde sich eine Koralle oder ein Fisch sich gegenüber einem ihm/ihr unbekannten Tier anders verhalten als einem bekannten?

      Hi Dirk
      Deine Frage ist sicherlich berrechtig ;)

      Bei einer Koralle würde ich das fast bezweifeln.
      Hier gehe ich mit dir ziehmlich einig sind sich ja von Nässelataken andere neben Bewohner gewöhnt. Sicherlich nicht allen, aber die nötige Strategie wird die Koralle entwickel wo es als Instinkt oder Erbgut erhalten hat.
      Doch auch hier komme ich nochmals zurück. In der Natur findet man eigendlich nicht den Mix wie wir in auf kleinen raum in unseren Becken Pflegen.

      Was mich aber erstaunt ist diese Aussage Dirk

      Ratze schrieb:

      für die kurze Verweildauer in unseren Becken,

      Wie darf man das Verstehen?
      ><((((º> <º)))) ><

      Salzige Grüsse
      Henning
    • Hi Henning!
      für die kurze Verweildauer in unseren Becken,


      Wie darf man das Verstehen?

      Das war auf den Zeitraum der Pflege in unseren Aquarien bezogen, in Bezug auf
      Vielleicht würden sich aber in einem spekulativen Zeitraum von einer Million Jahre andere Beobachtungen machen lassen. Was dann Evolution wäre...
    • Henning schrieb:

      Bei einem neuem Projekt würde ich hier einen Streich ziehen und mich auch auf eine Region beschrenken.

      So war es auch angedacht, natürlich soll jetzt keiner sein Aquarium auseinander pflücken.

      Ratze schrieb:

      würde sich eine Koralle oder ein Fisch sich gegenüber einem ihm/ihr unbekannten Tier anders verhalten als einem bekannten?

      Ich denke ein Fisch schon.
      Beste Grüße
      Harald : fisch :

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    • Ratze schrieb:

      Vielleicht würden sich aber in einem spekulativen Zeitraum von einer Million Jahre andere Beobachtungen machen lassen. Was dann Evolution wäre...

      Hi Dirk
      Das glaube ich nicht.
      Die Meere erfahren zurzeit ja auch Veränderungen. Denke hier an die Erwärmung. Hier werden die Tiere keine Million Jahre zu Verfügung haben, sie den neuen Bedingunegn anzupassen, glaube das sie sich hier schneller Entwickeln können als du denkst.

      Wen ich es aber Anschau sagst du das wir bei einer Mischung von verschiedenen Habitaten längerer Zeit benötigen bis sich die Tier gegenseitig gewöhnen könnten, respektive das sie es gar nicht nötig haben.

      Durch unser Transporte finden wir ja Tier an Orten wo sie auch nicht vorkommen sollten. Diese können sich hier sehr gut in der neuen Umgebung bestätigen und den Rest in der gewohnten Fauna vernichten. Denke zum Beispiel hier an unsere Bäche und Flüsse, die amrikanischen Krebsen in der zwischenzeit Beheimaten und die einheimischen Arten am Ausrotten sind. Ja hier haben wir vielleicht ein Million Jahr bis da etwas geschieht, doch können wir nicht auch solche Situationen in unseren AQ erzeugen. Muss ja nicht diese Auswirkungen haben, aber im Ansatz könnte es doch Möglichkeiten geben wo man sich Tier einsetzt die es nicht miteinander können.
      ><((((º> <º)))) ><

      Salzige Grüsse
      Henning
    • Hi Henning!
      Deshalb schrieb ich ja auch auf den Zeitraum bezogen "Spekulativ"!
      Wie schnell sich nun eine Evulotion an sich entwickeln würde...?
      Das kann natürlich viel viel schneller gehen!
    • Henning schrieb:

      Durch unser Transporte finden wir ja Tier an Orten wo sie auch nicht vorkommen sollten. Diese können sich hier sehr gut in der neuen Umgebung bestätigen und den Rest in der gewohnten Fauna vernichten.

      Jetzt ganz Off Topik

      Südamerikanische Nandus bevölkern Norddeutschland
      Beste Grüße
      Harald : fisch :

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    • Puh, Henning, schwierig...
      Harald hat ja einen Link gepostet, den ich eigentlich gar nicht OT finde, da er ja im Zusammenhang schon sehr gut in die Thematik reinpasst!
      Ob dies nun in unseren recht kleinen Habitaten zutreffend ist...?
      Ich glaube, hier gilt es zu unterscheiden, ob es sich um ein künstlich geschaffenes oder natürliches Habitat handelt.
      Aus dieser Sicht bist du also der Meinung dass wir auf ein Habitat keine Rücksicht nehmen müssten?

      Um die Frage mal auseinander zu pflücken; Rücksicht nehmen zu müssen, würde ja bedeuten, das da etwas ist, auf das Rücksicht zu nehmen ist, und das würde ich eigentlich nicht so sehen!
      Demnach finde ich ein in seinem Habitus angepasstes Becken genauso gut wie ein "zusammengewürfeltes" Becken.
    • Hallo Zusammen

      Interessantes Thema!
      1. Frage, was ist ein Habitat? Für eine kleine Grundel, die nur in Acroporen lebt und diese wenn überhaupt nur zur Nahrungsaufnahme verlässt ist die Koralle das Habitat. Vermutlich wird sie die Fische, die auf der anderen Seite des Riffteiles auf dem ihre Koralle wächst leben, nie zu Gesicht bekommen. Das würde heissen, die Grundel hat auch in ihrem natürlichen Habitat die Chance, Fische zu sehen, die sie nie zuvor gesehen hat. Sie wird aber lernen mit ihnen umzugehen. Greifen sie an? Ja, dann gefährlich und rein in die Koralle. Wenn nicht, dann erst mal vorsichtig, vielleicht sind sie ja satt und wenn das nichtangreifen andauert, dann unter ungefährlich einordnen. Die Begegnung mit neuen Arten ist also auch im natürlichen Habitat nicht unbedingt etwas aussergewöhnliches. Für einen Riffhai sieht das ganz anders aus. Sein Habitat ist das Riff und er wird in seinem Leben vielleicht nicht alle Arten aber doch einen Grossteil zu Gesicht bekommen.
      2. Frage, woher weiss ein Fisch, dass ein anderer gefährlich ist oder nicht? Nur Erfahrung? Eher nein, denn meist wäre die Erfahrung einmalig und somit kein Lerneffekt möglich, da Fisch gefressen. Die natürliche Selektion wird daher gewisse Formen bzw. Verhaltensweisen als gefährlich einprogrammiert haben. Da können grosse Unterschiede in der Herkunft schon problematisch sein. Vielleicht ist diese Programmierung für die Karibik richtig aber nicht für den Indopazifik. Es gibt aber einige generell gültige Signale wie zum Beispiel gelb/schwarz bei Wespen (gefährlich) oder rot (giftig) etc.. Diese sind ziemlich universell und werden wohl weltweit erkannt.
      Bringt man also Fische in einem Becken zusammen bei denen die eine Art die Programmierung "gefährlich" aktiviert, dann ist Dauerstress vorprogrammiert und die Lebensdauer vermutlich begrenzt. Das kann aber auch ein Fisch aus demselben Habitat sein, der aus Unwissenheit ins Becken gegeben wird. Im Nachbarforum läuft aktuell eine interessante Diskussion "warum springen Fische aus dem Becken". Gründe könnten in dem Oben genannten zu finden sein.
      3. Frage, könnten Korallen damit ein Problem haben? Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem Korallen mit Arten aus anderen Regionen Probleme haben können. Die meisten Korallen produzieren Sekundärmetaboliten (Bsp.: Sesquiterpene) um sich Algen, andere Korallen etc. vom Leib zu halten. Diese Substanzen sind oft spezifisch für Gattungen oder sogar Spezies und mehr oder weniger toxisch. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine Koralle in einem Becken mit Koralle aus einer anderen Region Probleme mit den ihr "unbekannten" Substanzen bekommen kann. Auch Hennings Beobachtung, dass unter natürlichen Bedingungen die Diversität an Korallen bezogen auf einen begrenzten Raum nicht so gross ist wie in unseren Becken könnte auf derartige Mechanismen hindeutet. Das kann aber auch andere Gründe haben, wie physikalische Faktoren (Strömung, Licht) oder biotische Faktoren (Futter, Feinde). Dass Korallen sich in unseren Becken gegenseitig hemmen ist nichts neues. Der umgekehrte Ansatz (Monokultur) wird schon seit längerem in der Korallenzucht angewandt.

      Alles in allem ein sehr komplexes Thema das nicht so schnell abgehandelt werden kann.

      Lg Marco
    • MarcoBO schrieb:

      Es gibt aber einige generell gültige Signale wie zum Beispiel gelb/schwarz bei Wespen (gefährlich) oder rot (giftig) etc.. Diese sind ziemlich universell und werden wohl weltweit erkannt.

      Hallo Marco

      Nun es gibt Studien von unter Wasser das alle Fische grau sehen.

      MarcoBO schrieb:

      Ich könnte mir vorstellen, dass vor allem Korallen mit Arten aus anderen Regionen Probleme haben können. Die meisten Korallen produzieren Sekundärmetaboliten (Bsp.: Sesquiterpene) um sich Algen, andere Korallen etc. vom Leib zu halten. Diese Substanzen sind oft spezifisch für Gattungen oder sogar Spezies und mehr oder weniger toxisch. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine Koralle in einem Becken mit Koralle aus einer anderen Region Probleme mit den ihr "unbekannten" Substanzen bekommen kann.

      Das ist ein sehr gutes Argument. Ich sehe das ähnlich.
      Beste Grüße
      Harald : fisch :

      Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
      Ich entscheide mich für den Mut.


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    • Hallo Harald,
      ein Habitat oder sollte man lieber von einem Thema sprechen nachzubilden, ist Aquaristik auf höchstem Niveau. Neben den Kenntnissen und Zusammensetzung der Arten gilt es typische Merkmale herauszustellen und mit den Platzverhältnissen zu vereinbaren. Schwierig aber bei einiger Überlegung durchaus umsetzbar. Problematisch sehe ich die Beschaffung der Tiere, zum Beispiel Karibik. Der Handel richtet sein Angebot nach der Nachfrage aus und da werden die Tiere beschafft, die sich am schnellsten verkaufen lassen. Steinkorallen über alles, wenn man Glück hat einige Hornkorallen und wenige Arten Lederkorallen. Algen, da muss man schon Glück haben! Gezielte Importe sind da einfach nicht drin, weil die Händler das kaum verkaufen und so schränkt der Handel das Angebot auf wenige Arten ein... Das ist ein großes Hindernis um den Anspruch eines Habitat oder Thema im Aquarium umzusetzen. So sind die Voraussetzungen nicht gerade günstig für Artenvielfalt. So läuft man Gefahr Monokulturen zu pflegen, die an sich schon sehr anfällig auf geringste Störungen sind.
      Mischkulturen werden stabiler laufen und haltbarer sein und in der Aquaristik aus meiner Sicht die einfachste und sicherste Variante ein Aquarium zu betreiben.
      Die Vergesellschaftung von Arten aus unterschiedlichen Vorkommensgebieten sehe ich nicht als so problematisch weil die Tiere große Fähigkeiten haben sich den vorherrschenden Bedingungen anzupassen. Das sehen wir an der Natur, dass eine Artenverschleppung und das etablieren von Neozoen recht einfach ist.
      Meiner Ansicht nach sollte man versuchen eine möglichst große Artenvielfalt zusammenzusetzen und zu erhalten. Da gehören Algen genau so dazu wie Stein- Weichkorallen und man muss ja nicht um jeden Preis stenök geprägte Tiere pflegen.
      Unsere Vorstellungen von der Meeresaquaristik sind in der Mehrzahl noch viel zu stark von einem Steinaufbau mit Steinkorallen geprägt.
      LG Dietmar
      FG Meeresaquaristik Berlin-Brandenburg
    • Harald schrieb:

      Nun es gibt Studien von unter Wasser das alle Fische grau sehen.
      Hallo Harald

      Weiss ich, war nur als Beispiel gedacht. Also was anderes: Augenflecken zum Beispiel. Es gibt sicherlich auch unter Wasser derartige Mechanismen ansonsten würde Mimikri wie bei Putzerfischen und Ecsenius gravieri keinen Sinn machen.

      Lg Marco