Fungiaartige Korallen

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Aus Gründen der Höflichkeit bitten wir das Geschriebene mit seinem Vornamen zu kennzeichnen. Danke, das Team der IG.

  • Fungiaartige Korallen

    Wenn wir als Aquarianer eine nicht mit dem Untergrund verwachsene Koralle, die nur aus einem einzigen riesigen Polypen besteht vor uns haben, dann sprechen wir sehr leicht von einer Fungia.

    Wenn man jetzt aber das Meerwasserlexikon nach entsprechenden Korallen durchsuchen und gleichzeitig weiß, dass diese Korallen auch über mehrere Münder verfügen können, dann findet man sehr viele Einträge.

    meerwasser-lexikon.de/tiere/42…actis_albitentaculata.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/8091_Cycloseris_boschmai.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/5434_Danafungia_horrida.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/5227_Diaseris_distorta.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/2681_Fungia_concinna.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/5223_Halomitra_clavator.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/656_Heliofungia_actiniformis.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/2425_Herpolitha_limax.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/2867_Lithophyllon_undulatum.htm

    Meine Eigene hat mittlerweile einen Durchmesser von fast 30 cm. Diese ist auf dem Sandboden nicht gut aufgehoben.

    ig-meeresaquaristik.de/index.p…a-Lithophyllon-undulatum/


    meerwasser-lexikon.de/tiere/8297_Lobactis_scutaria.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/4264_Pleuractis_granulosa_.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/16…hyllia_novaehiberniae.htm

    Bericht meiner Polyphyllia novaehiberniae

    ig-meeresaquaristik.de/index.p…lyphyllia-novaehiberniae/


    meerwasser-lexikon.de/tiere/6884_Sandalolitha_africana.htm

    meerwasser-lexikon.de/tiere/5226_Sinuorota_hexagonalis.htm


    Alle diese Arten gehören zu den Fungiidae, viele von ihnen entsprechen unseren Vorstellungen, es sind aber auch einige darunter, die wir nicht gleich dieser Familie zuordnen würden.


    Fortbewegung

    Wir stellen uns unter einer Fungia einen großen Polypen mit einem Mund vor, der still auf seinem Sandboden liegt und sich nicht fortbewegen kann. Mit dieser Annahme liegen wir falsch. Wenn es einer Fungia an ihrem Standort nicht gefällt, so ist sie durchaus in der Lage, diesen zu verlassen. Der Pilzkoralle sind jedoch Grenzen gesetzt, da sie zur Fortbewegung auf die Strömung angewiesen ist.

    Eine Fungia besteht in der Regel aus einem Skelett, welches im Regelfall vom Gewebe umschlossen ist. Kann die Koralle an ihrem Standort ihre lebensnotwendigen Bedürfnisse nicht befriedigen so pumpt sie das Gewebe mit so viel Wasser auf, daß sie fast eine Halbkugel bildet.

    Mit diesem Segel ist sie bei starker Strömung in der Lage sich mit dem Wasser treiben zu lassen. Das Tier vertraut sich der Strömung an und es ist nicht sicher ob es nach dem Standortwechsel besser gestellt ist. Für das Tier bleibt es ein Risiko.

    Diesen Mechanismus, den sie zur Fortbewegung nutzt, kann sie auch anwenden um sich zu drehen, sollte sie einmal auf der Oberfläche liegen.

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    Bewegung auf der Fungia

    Die Fungia hat ein kleines Fließband auf Ihrem Körper. In der Literatur schreibt man von Korallenschleim.

    Die Fungia ist durchaus kein Kostverächter und ist in der Lage auch größere Nahrung aufzunehmen. Es dürfte relativ selten vorkommen, daß die Futterstücke direkt ins Maul fallen. Aber sobald Nahrung auf den Körper gefallen ist, kann diese wie von Zauberhand zum Mund geführt werden. In der Nähe des Mundes kann man den Korallenschleim schon einmal erahnen, der meiner Meinung nach mit der Nahrung zusammen in den Mund verschwindet.

    Das Problem der Futteraufnahme ist also gelöst.

    Es gibt aber noch ein weiteres Problem: Baggergrundeln und aufgewirbelte Schwebestoffe im Wasser z.B. Sand die sich auf der Oberfläche ablagern.

    Für diesen Zweck gibt es das „Förderband“ im Rückwärtsgang. Es ist einfach interessant zu sehen wie sich die Koralle von ungewünschtem Belag befreit.

    LINK youtube.com/watch?v=TVeQjGshQCA&feature=emb_logo

    youtube.com/watch?v=H1a1GJqJgOE&feature=emb_logo

    youtube.com/watch?v=lNxy6a_nw4w&feature=emb_rel_pause

    youtube.com/watch?v=5lOVzSJJ3v8&feature=emb_rel_pause

    Zusätzlich zum Korallenschleim kann die Koralle sich stark aufblähen, so daß durch die Schwerkraft der Belag einfach herunter rutschen kann.
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    Meiner Ansicht nach ist die Koralle gut in der Lage sich zu reinigen, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß eine ständige Berieselung, welcher Art auch immer zum Wohlbehagen beiträgt.

    Fütterung

    Meine Fungia werden gelegentlich gefüttert. Ich setze weitgehend auf Fauna Marin Ultra LPS Grow and Color M, Frostfutter ist sicher auch möglich.

    Die Fütterung erfolgt mit Hilfe einer Pipette mit Aquarienwasserfuttergemisch.

    Die Fütterung darf auf keinen Fall täglich erfolgen!!!

    Die Fungia haben wie alle Korallen und Anemonen kein Durchlaufsystem, wie es bei den meisten von uns bekannten Tieren der Fall ist.

    Die Korallen nehmen Futter auf, verdauen es, entziehen die benötigten Stoffe und müssen die Reste auf dem gleichen Weg wieder ausscheiden, wie sie aufgenommen wurden.

    Das heißt sie müssen ausreichend Zeit haben die Abfallstoffe wieder auszustoßen.

    Haben sie diese Zeit nicht und es kommen weitere Mahlzeiten dazu, dann kann es passieren, das die Futterreste in der Koralle verderben und die Koralle schädigen, im schlimmsten Falle bis zum Tod.

    Für mein Aquarium habe ich die optimale Fütterungszeit für die meisten Korallen vor dem Einschalten der Beleuchtung ermittelt.

    Dies hat mehrere Gründe:

    Die Fische schlafen noch.

    Die Garnelen sind auch noch nicht ganz wach.

    Die Korallen sind, wenn ich ausreichend früh bin, auf Futter eingestellt. (Ist für die Funiga jetzt nicht ganz so wichtig.)

    Die Rückförderpumpe bleibt auf jeden Fall an.

    Die Strömungspumpen haben eine Stunde Pause. (Für den Neustart der Strömungspumpen suche immer noch nach einer automatischen Lösung.)

    Das Futter sollte, wenn es nicht verzehrt wird auch nicht längere Zeit auf Korallen liegen bleiben. Meiner Meinung nach kann es die Korallen in so einem Fall auch schädigen.

    ig-meeresaquaristik.de/index.p…t-Ohrschnecke/#post160130

    Unabhängig von der Nahrungsaufnahme leben die Fungia aber natürlich auch vom Licht.

    Standort

    In der Regel wird eine Fungia auf dem Sandboden im Aquarium platziert. In meinem Aquarium habe ich aber auch einige auf ganz flachen Steinen liegen.

    Meine Fungien leben alle im unteren Drittel des Beckens.

    Die Fungia, die in meinem Aquarium auf dem Sand liegen haben von mir noch eine kleine Hilfe bekommen, daß sie nicht in den Sand einsinken oder eingegraben werden.

    Hierfür habe ich kleine dreibeinige Eierbecher für Zierostereier für Hühner- und Gänseeier vorrätig. Diese Eierständer bestehen lediglich aus einem Ring mit drei Beinen.


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    Ich habe in der Vergangenheit auch bereits einige fungiaartigen Korallen verlohen, bin mir aber auch noch nicht sicher, ob Sandboden für alle Arten wirklich gut ist. Bisher habe ich den Eindruck, daß Pilzkorallen mit größeren Polypen widerstandsfähiger sind als Pilzkorallen ohne oder mit kleinen Polypen, diese sind auch oft recht fein (dünn) gebaut.

    Vermehrung

    Klohnbildung auf einem abgestorbenen Skelet.
    Meine Erfahrung zu der Anthocaulibildung auf abgestorbenen Fungia ist:

    1. Die Gänsefuß-Seestern dürfen im Becken nicht allzu häufig vorkommen.
    Die Gänsefuß-Seesterne stellen schneller als der Aquarianer fest, wenn die Anthocauli anfangen zu wachsen und fressen das neu entstehende Gewebe der Jungkorallen direkt auf.

    2. Die Steinscheibe sollte in guter Strömung stehen.

    3. Licht ist nötig.

    4. Dafür sorgen, daß sich weder Beläge noch Sand auf der Scheibe festsetzen können.

    5. Die noch ganz kleinen Polypen können evtl. bei abgeschalteter Strömung mit Staubfutter gefüttert werden. (Lupe)

    6. Ab einer Größe von ca. 0,5 cm kann Pelletfutter (Fauna Marin LPS Grow and Color M) verwendet werden.

    7. Es sollte passieren, daß sich beim Hantieren im Becken oder durch die Strömung die Scheiben lösen. Es gibt wohl eine Sollbruchstelle unter der neuen Koralle. Der neue Polyp ist dann auf sich gestellt.

    Sollte sich die kleine Koralle nicht selbstständig lösen und einen Durchmesser von 3 - 4 cm erreicht haben, sollte vorsichtig versucht werden ihn von unten anzuheben.

    Wenn er so weit ist, wird er sich lösen.

    Er kann dann für sich, lose auf dem Sand weiter wachsen.

    An der Stelle, an der er fest gewachsen war, kann sich dann ein neuer Ableger bilden.

    Leider kann so eine kleine Koralle leicht anfangen sich im Becken zu bewegen. Deshalb schlage ich einen Laufstall vor. Unter dem Riffaufbau hat sie keine Chance.

    ig-meeresaquaristik.de/index.php/Thread/7152-Fungia-Babys/

    Leider kann es auch zu Missbildungen führen, wenn noch Reste der Mutterkoralle an der Jungkoralle verbleiben. Es ist gut jeden Ableger zu kontrollieren und gegebenenfalls Septenreste mit einer Zange zu entfernen.

    Im Regelfall hat die neue Koralle in der Mitte auf der Unterseite ein 0,5 – 1 cm kleine Bruchstelle die später verheilt.

    Ebenfalls kann es vorkommen, daß sich das Jungtier nicht rechtzeitig vom Muttertier löst und über dieses wächst, was ebenfalls keine normale Wuchsform hervorruft.

    ig-meeresaquaristik.de/index.p…er-Entwicklung-2011-2020/[EE1]

    ig-meeresaquaristik.de/index.p…er-Entwicklung-2015-2020/

    Diese Vermehrungsart hat einen Vorteil, der gleichzeitig einen Nachteil darstellt. Die so entstandenen Nachkommen entsprechen genau dem Mutter/Vatertier. Unter den passenden Lebensbedingungen kann sich die Koralle rasant vermehren. Sollten sich die Lebensbedingungen jedoch ändern, so sind die Klone nicht fähig ihre Eigenschaften zu ändern, es sei denn sie gehen in die geschlechtliche Vermehrung über.



    Geschlechtliche Vermehrung

    Aus eigener Beobachtung und Fossa und Nilsen „Korallen-Riff-Aquarium“ Band 4 gehe ich davon aus, daß Fungia getrenntgeschlechtlich sind und sich sexuell vermehren.

    In meinem Becken konnte ich schon öfter ein Laichen von Fungia beobachten. Meiner Einschätzung nach gaben sie Sperma ins Becken ab. Hiervon gute Bilder zu erhalten ist schwierig.

    Die geschlechtliche Vermehrung von der Abgabe der Gameten bis zur Jungkoralle im Aquarium halte ich für fast ausgeschlossen. Bedenkt man, daß hierfür wenigstens die richtigen Mutter- und Vatertiere im Becken vorhanden sein müssen. Bei der großen Anzahl von Funiaarten und der Notwendigkeit ein passendes Paar Mutter- sowie Vatertier im Becken zu halten, die außerdem im guten Zustand für die Gametenabgabe sein müssen.

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    Ich hatte bereits das Glück einen so entstandenen Keim als Zugabe zu erwerben. Die Befruchtung hat so vermutlich im Meer stattgefunden.

    An dem Substratgestein einer erworbenen anderen Koralle bildete sich ein sehr kleiner Polyp unbekannter Herkunft.

    ig-meeresaquaristik.de/index.p…schlechtliche-Vermehrung/


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    Es bildet sich zunächst ein einzelner kleiner Polyp, der dann ein kleines Skelett bildet und heran wächst. Das Skelett sitzt mit einem ganz kurzen kleinen Stil auf dem Riffgestein fest. Direkt auf diesem kleinen Stil wächst dann die schon als Fungia zu erkennende kleine neue Koralle.

    Mit einem Durchmesser von ab 3-4 cm wird sich die Fungia lösen und zu Boden fallen.

    Ab hier ist der Vorgang wie bei der Anthocaulibildung.

    Die Bruchstelle am Stein verheilt wieder und der nächste keine Polyp beginnt zu wachsen.

    Die einzelnen kleinen Geschwister Fungien dürften alle Klone ihrer Geschwister sein.

    Der erste sich neu gebildete Polyp dürfte die Erbanlagen seiner Eltern neu gemischt haben und hatte so die Möglichkeit neue Merkmale fürs Überleben seiner Art ausgebildet zu haben.

    Regenerationsfähigkeit

    Die Regenerationsfähigkeit ist teils beachtlich.

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    Korallenstrudelwurm

    Es kommt selten vor, daß Fungia Korallenstrudelwürmer haben. In diesem Fall nehme ich die Fungia aus dem Becken und schwenke sie 10 Sekunden in normalem Leitungswasser mit der gleichen Temperatur des Beckens.

    Rippenqualle

    Mit dem Kauf einer Fungia erhielt ich ebenfalls eine Coeloplana_sp01 für mein Becken. Dieses Tier ist vom Körperbau einem Leopardstrudelwurm sehr ähnlich. Lediglich wenn das Tier auf Beutefang geht erkennt man die Rippenqualle. In der Regel ist das Tier nachtaktiv. Es ist besonders schwierig gute Bilder zu erhalten.
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    InkedIMG_7049_LI__Rippenqualle.jpg

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    Häutung

    Bei einigen Fungia konnte ich auch schon eine Häutung beobachten. Solange die Haut noch um den Polypen sitzt liegen die Polypen direkt an.
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    Nicht immer geht es Gut: Fungia-Trouble

    VG

    Elisabeth



    [EE1]sge
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    Dieser Artikel enthält einen groben Überblick, welche Vielfalt unser Hobby bietet.

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