Anthogorgia sp. ein Bericht von Linda Winkelhöfer © Text und Bilder Linda Winkelhöfer

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  • Anthogorgia sp. Haltungserfahrungen

    Seit November 2011 pflege ich in einem speziell für die Haltung azooxanthellater Gorgonien geplanten Becken eine Hornkoralle, die mit Hilfe des Buches Soft Corals and Sea Fans (Fabricius, K. and P. Alderslade. 2001) als Angehörige der Gattung Anthogorgia bestimmt wurde.

    Die Koralle besitzt vergleichsweise große Polypen und erweist sich im Hinblick auf die Ernährung von Anfang an als wenig empfindlich. Ich verfüttere morgens und abends einen Mix aus Frostfutter (abwechselnd Hummer- und Austerneier) und Staubfutter (Phytoplan, UltraSeaFan und UltraClam).

    Sehr sensibel reagierte sie allerdings, als mit dem Anstieg des Einfallswinkels im Frühjahr plötzlich für ein, zwei Stunden Sonnenlicht direkt auf die Gorgonie fiel. Aufmerksam wurde ich zunächst durch einen spontan einsetzenden Rückgang des Coenenchyms. Nach wenigen Tagen waren bereits ganze Astpartien abgestorben.


    Den direkten Sonnenlichteinfall als mögliche Ursache erkannte ich aber erst zwei oder drei Wochen später, als ich beim Wasserwechsel den hell erleuchteten Azooteil bemerkte.


    Nach Anbringung eines seitlichen Lichtschutzes erholte sich die Koralle rasch. Die Geweberegeneration erfolgt nach Art der Kallusbildung bei Pflanzen, wobei sich an den Gewebsrändern zunächst ein gelblicher Wulst bildet. Wenige Wochen später war der Großteil der kahlen Astpartien wieder mit Gewebe überzogen, lediglich einige Stellen an den Triebspitzen (da dürfte das Skelett bereits zu stark geschädigt gewesen sein) blieben kahl und verrotteten in der Folge. An diesen Stellen schloss sich das Gewebe später, und die Koralle bildete neue Triebe.


    Angaben zum Becken

    Allgemeines und Konzept

    Das Aquarium ist ein 112 Liter Standardbecken (80Bx35Tx40H), das mittels Plexiglasscheiben in 3 annähernd gleich große Abschnitte unterteilt ist. Diese sind unterschiedlichen Biotopen nachempfunden. Im mittleren Teil befindet sich die Sumpfzone mit nur geringer Strömung und einer zentimeterdicken Mulmschicht. Sie dient dem Zooplankton als Kinderstube.

    Über einen Luftheber, dessen Pumpe alle 3 Stunden für 30 Minuten läuft, gelangt Wasser aus dem Mangroventeil in den Azoobereich. Dieser Teil des Aquariums zeichnet sich durch eine gleichmäßige Strömung aus, die von einem Ocean Runner 1200 erzeugt wird. Das Wasser gelangt über ein an der Rückseite angebrachtes Lochrohrsystem ins Becken und strömt spiralförmig nach oben.


    Wasserumwälzung und Filter

    Gefiltert wird das Wasser von einem Außenfilter Eheim 2213, der mit grobem Korallenbruch bestückt ist und dessen Auslauf über einen Diffusor in eine hochkant gestellte Halbliter PET-Flasche mündet. Das auf diese Weise mit Sauerstoff angereicherte Wasser gelangt senkrecht in den Gorgonienteil und wird mit der Laminarströmung verteilt.

    Beide Pumpen – die des Außenfilters (400 l/h) und des Ocean Runners (1.200 l/h) – saugen das Wasser aus dem im rechten Abschnitt des Aquariums befindlichen Riffteil an. Ein 40 mm Überlauf im Gorgonienteil schließt den Kreislauf.

    Im Riffteil befinden sich ein Schnellfilter für den etwaigen Einsatz von Adsorbermaterialien (in der Regel aber nur mit Korallenbruch bestückt).sowie eine Koralia Nano 900 als Strömungspumpe.

    Beleuchtung
    Beleuchtet wird der Azoo-Teil mit 2x 8W T5 (1x 10.000K, 1x actinic), Riffteil und Sumpfzone werden gemeinsam mit 2x 15W T8 (14.000K) beleuchtet.

    Sonstige Technik
    Abschäumer: Tunze Nano Doc 9002, adaptiert für Ozon
    Ozonisator: Sander C25, auf Minimumstufe gedrosselt und mit Redox-Sonde gesteuert
    Kühlung: DIY-Lüfter, regelbar und thermostatgesteuert

    Wasserwerte
    Temperatur zwischen 26 und 26,5°C
    Salinität ca 35 psu (rel.Dichte ca. 1.023 g/cm³)
    NO3 (Tropic Marin) zw. 2 und 5 mg/l*)
    PO4 (Hanna Phosphat-Checker) zw. 0,1 und 0,3 mg/l*)

    *) konstante Werte seit Anfang 2012/12 unter Berücksichtigung der aktuellen Ethanolzugabe (s.u.).
    Maxima 2012 PO4 2 mg/L, NO3 60 mg/l
    Minima 2012 PO4 0,04 mg/l, NO3 n.n.

    ergänzende Angaben
    Dosierung Ethanol 96% 0,5 ml täglich
    Wasserwechsel 20 Liter wöchentlich



    Vielen lieben Dank für diesen sehr schönen Bericht, an Linda.

    © 2009 – 2020, Harald Ebert, Alle Rechte vorbehalten.
    Beste Grüße
    Harald : fisch :

    Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
    Ich entscheide mich für den Mut.

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