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Harald

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Montag, 14. Oktober 2013, 19:08

Unterschiede von Entacmaea quadricolor (Kupferanemone) nach ihrer Verbreitung.

Kurzbeschreibung

Das Verbreitungsgebiet von Entacmaea quadricolor (Kupferanemone) erstreckt sich über den gesamten Indopazifik. Auch wenn die Zusammenhänge noch nicht geklärt werden können, hilft diese Zusammenfassung eines Vortrags von Helmut Herman, diese doch sehr häufig gepflegte Anemone besser zu verstehen?

Artikel

Entacmaea quadricolor (Kupfer oder Blasenanemone) sind als Bewohner von Korallenriffen des Indopazifiks und roten Meeres eine der wichtigsten Symbiosepartner der Anemonenfische. Hierbei gibt es jedoch Unterschiede, die Helmut Herman in seinem beeindruckend mit Bild und Ton dekorierten Vortrag über seine Taucherlebnisse in diesen Gebieten berichten konnte.


E. quadricolor mit A. clarkii (Rotes Meer)
Photo; © Henning Wiese

Die Anemone,
...die sich gern in Spalten und Höhlen verankert, ist sofort erkennbar an ihren blasenartigen Verdickungen an den Tentakeln, die in verschiedenen Abständen zur Tentakelspitze ausgebildet werden. Gelegentlich können diese ganz oder auch teilweise fehlen, die Gründe hierfür sind aber weitgehend unbekannt. In den Spitzen der Tentakeln werden Farbpigmente eingelagert, die ihnen das typische Aussehen geben und von rosa, pink, grün bis hin zu blau tendieren können.

Das Aquarium von Helmut Herman
...beherbergt eine E. quadricolor mit einem Amphiprion ocellaris – seit 26 Jahren!

Symbiosepartner
atürlicherweise ist die Blasenanemone jedoch nicht die die Wirtsanemone für A. ocellaris, allerdings für 13 andere Anemonenfischarten insbes. Amphiprion des Clarkii- und Ephippium-Komplexes aber auch der Premnas biaculeatus). Dabei variiert der Habitus je nach Vorkommen und Standort, wovon sich H. Hermann bei seiner Rundreise durch die entsprechenden Tauchgebiete überzeugen konnte.

Im Roten Meer konnte dabei bei den Tieren die größte Blasenbildung beobachtet werden. Die Verdickungen befanden sich an der Tentakelspitze oder kurz davor. Ebenfalls im Roten Meer wurde von H. Hermann eine rote E. quadricolor gefunden, diesen speziellen Farbschlag gibt es nur dort. Auffällig war das solitäre Auftreten von großen Einzeltieren.

Im Golf von Oman wurde die E. quadricolor in 12 Meter Tiefe mit A.clarkii angetroffen.
Das Wasser weist hier einen hohen Nährstoffgehalt auf und ist ziemlich trüb.

Ein rasenartiges Auftreten zeigt sie in Phuket. Durch häufige Teilungen bleiben die Tiere recht klein und wachsen sehr dicht. Die Mundscheiben werden dabei nur ca. 5 cm groß und ihr Symbiosefisch ist hier A. ephippium (Glühkohlenanemonenfisch).

In Westaustralien dagegen wurde sie mit A. rubrocinctus aufgefunden. Auch hier konnte das rasenartige Auftreten von genetisch identischen Tieren beobachtet werden. Daneben war hier das enorme Größenwachstum von Tridacna squamosa auffällig.

Dagegen in Malaysia fand H. Herman in 8-10 Metern Wassertiefe wiederum große Solitärexemplare vor, bewohnt von A. frenatus (Rotflossenanemonenfisch). Die Farbe tendierte hier zu leicht grünlich.

In Borneo ist allerdings A. frenatus nicht mehr anzutreffen. Hier lebt E. quadricolor in Zusammenhang mit P. biaculeatus.

In Mikronesien (Palau-Inseln) findet Amphiprion melanopus hier die weiteste Verbreitung in rasenartigen Beständen von E. quadricolor.

Australien (Großes Barriereriff) bietet keine direkten Entacmaea-Rasen sondern mehrere Einzelexemplare in einem Bestand.

An der Korallenküste (Fidschi-Inseln) wurde sofort die Farbe von A. melanopus auffällig, der hier in ganz rot ohne schwarze Schattierung auftritt. Hier findet sich die E. quadricolor auch in einer roten Farbvariation. Deren Auftreten ist dabei aber nicht solitär sondern ebenfalls in Einzelexemplaren, immer mehrere nebeneinander. Ebenso konnte hier auch eine bläuliche Variante gefunden werden.

Auf dem House Reef in Papua Neuguinea fanden sich allein 6 Anemonenfischarten und sowohl Ansammlungen kleiner also auch größerer Exemplare der E. quadricolor.

Originalartikel: © Anke Gerth
Beste Grüße
Harald

Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
Ich entscheide mich für den Mut.


: seepferd : Mein Hippocampus reidi Würfel und hier die Vorgeschichte dazu. : seepferd :

Dietmar

FG-Meeresaquaristik Berlin-Brandenburg

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Montag, 14. Oktober 2013, 19:35

Hallo Harald,
Helmut Hermann ist ein Urgestein der FG Meeresbiologie Berlin. Seine außergewöhnlichen Kenntnisse und seine herausragenden Vorträge sind Anlass, hier noch eine Mitschrift zu einem Vortrag von Helmut Hermann anzufügen. Das Thema des Fachgruppenabends war der hervorragende Beitrag von Helmut Hermann:

Anemonenfische und ihre Wirte


Das Interesse an der Haltung von Anemonenfischen ist nach wie vor ungebrochen. Seit Beginn der Fachgruppenarbeit ist die Haltung dieser Tiergruppe von besonderer Bedeutung gewesen. Viele Veröffentlichungen zu den Anemonenfischen und ihrer Biologie sind von den Mitgliedern der AG gemacht wurden. Helmut erinnerte an die Arbeiten von Heinz Schöne zur Nachzucht von Amphiprion percula aus dem Jahr 1974 und an die Arbeiten von Peter Kuckenburg. Dabei ging Helmut auf einige Besonderheiten der Anemonenfische ein: Dem Ablaichen der Tiere ohne Wirtsanemonen. Das ist allerdings nicht das natürliche Verhalten dieser Fische; sie sind mit Anemonen vergesellschaftet. Doch es gibt auch Ausnahmen, wie bei jeder Regel. Anemonenfische sind nicht unbedingt an Anemonen gebunden- es wird auch eine Lederkoralle oder eine Scheibenanemone akzeptiert.
Die Schwierigkeiten in der Benennung der Fische wurde mit der Veröffentlichung einer Revision von Dr. Gerald R. Allen 1981 beendet und die heutige Namensgebung der 27 Amphiprion Arten und einer Premnas Art erhielt damit ihre heute gültige Fassung. Ein hervorragendes Buch ist die Ausgabe „Anemonenfische und ihre Wirte“ in der deutschen Fassung aus dem Jahr 1994. Dr. Allen geht mit der Autorin Daphne Dunn auf 10 Symbioseanemonen der Fische ein; ihrer Biologie und Vergesellschaftung sowie dem Lebensraum der Tiere. Aber auch die Unterschiede zwischen Aquarienhaltung und dem Verhalten in der Natur wird durch Amphiprion ocellaris belegt. Helmut zeigte uns dazu ein Foto aus seinem Aquarium, in dem der Fisch in einem von ihm in der Natur nicht genutztem Wirtstier zu sehen ist.
Dennoch, der wichtigste Lebensraum der Anemonenfische sind ihre Wirte. Diese können auf das Tier prägend sein; besonders der Aufenthaltsort der Fische, ihre Anzahl in dem Wirtstier und nicht zuletzt die Farbvarianten der Fische hängen von der Anemonenart ab. Bei den Fischen gibt es erhebliche Unterschiede in ihrer Anpassungsfähigkeit und damit in ihrem Verhalten im Zusammenleben mit ihren Wirten. Die Fische bestimmen ihr Wirtstier selbst und wählen es nach Habitatsmerkmalen. Dabei wird auch die Produktion von schützenden Schleimschichten am Körper angeregt. Das geschieht selbst bei Anemonen ähnlichen Objekten. Inwieweit die Biochemie von dem Wirt oder von den Fischen aktiviert wird, ist noch nicht restlos erforscht.
Ein wichtiger Hinweis auf die Haltung der Anemonenfische ist die Prägung auf bestimmte Wirtstiere und der damit verbundenen Aggressivität bzw. ihre Konkurrenz unter den Arten. Je spezifischer die Fische an ihre Wirte gebunden sind, umso stärker verteidigen sie ihren Wirt und sind damit den Fischen, die diese Spezialisierung nicht aufweisen, überlegen. Aber auch hier gibt es Ausnahmen. Helmut verwies in dem Zusammenhang auf die Veröffentlichung in der Zeitschrift „Das Aquarium“ 2003, in der das Zusammenleben zweier Anemonenfischarten in einem Wirtstier beschrieben wurde. Die Ursache dafür ist mit Sicherheit in der aquaristischen Zucht zu suchen, in der die Larven oder vielleicht schon die Embryonen den Geruch des anwesenden Wirtstieres und damit dessen Prägung auf den Fisch aufnehmen. Auch die Aufzucht ohne Wirt ist eine mögliche Ursache für dieses Verhalten, welches in der Natur in der Regel ausgeschlossen ist.
Helmut ging in seinem Vortrag auf die Besonderheiten der Prägung durch das Wirtstier auf die Anemonenfische ein. So ist der Melanismus der Fische durch die Anemone Stichodactyla mertensii dadurch gekennzeichnet, dass sie sich schwarz färben. Besonders ausgeprägt ist diese Erscheinung bei Amphiprion clarcii; ebenso bei der Vergesellschaftung mit der Glasperlenanemone.
Die Blasenanemone Entacmea quadricolor bildet sehr gern Klon Kolonien, besonders im Flachwasserbereich findet man kleine Tiere, anders als im Tiefwasserbereich.
Die Korkenzieheranemone Macrodactyla doriensis lebt im Gegensatz zu einigen anderen Arten im Sandboden. Es ist die Anemone mit den längsten Tentakeln. Ebenso im Sand lebt die Stichodactyla haddoni, im Gegensatz zu der ähnlich aussehenden Stichodactyla mertensii, die ausschließlich Festsubstrat benötigt. Sie ist die größte Symbioseanemone. Einen noch ausgeprägteren Lebensraum hat die Anemone Heteractis magnifica, die Prachtanemone. Sie liebt exponierte Standorte in der Riffwand. Sie sollen uns hier als Beispiel für die richtige Haltung im Aquarium genügen.
Eine Diavorführung über diese phantastischen Tiere ließ uns an Helmuts Erlebnissen teilnehmen. Für diesen gelungenen Vortrag bedanken wir uns herzlich bei Helmut Hermann.
D. Schönfelder
Signatur von »Dietmar« FG Meeresaquaristik Berlin-Brandenburg

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