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Harald

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Dienstag, 8. Oktober 2013, 19:00

Eine kleine Hilfe für den Einstieg in die Meerwasser-Aquaristik (v1.0): Teil 1

Die Meerwasser-Aquaristik ist wohl eines der schönsten und komplexesten Hobbys der Welt. Für einen erfolgreichen Start sind ein paar Regeln zu beachten. Ebenso muss einiges an Wissen erworben werden. Nicht alles was in Büchern und im Internet geschrieben steht, oder bei Stammtischen und Händlern gesprochen wird, ist auch richtig oder vollständig. Daher wollen wir Sie mit diesem Leitfaden auf den richtigen Weg führen.

Wenn Sie Tiere (nichts anderes sind Korallen, Fische, Schnecken und Krebse) in einem Aquarium pflegen möchten, müssen Sie als erstes beachten, dass das Aquarium im Verhältnis zur Natur nur eine Pfütze ist. Es ist nicht einfach auf so wenig Raum jedem Pflegling gerecht zu werden. Daher sollten Sie sich von Anfang an darüber Gedanken machen, was Sie eigentlich pflegen möchten und was Sie sich davon tatsächlich leisten können. Die Meerwasser-Aquaristik ist kein günstiges Hobby! Hierzu ein paar Beispiele:

1.) Die meisten im Handel angebotenen Fische sind Wildfänge und erreichen oftmals beachtliche Größen. Diese Tiere verdienen die bestmögliche Fürsorge! Wenn ich also durch den Pixar-Film “Findet Nemo“ zur Meerwasser-Aquaristik inspiriert wurde und von daher ein paar “Nemos“ (Amphiprion ocellaris - Anemonenfisch) mit einer “Dori“ (Paracanthurus hepatus - Paletten Doktorfisch) vergesellschaften möchte, dann muss mir klar sein, dass das nicht ohne weiteres möglich ist. Gerade Doktorfische werden groß, sind aktiv und brauchen Platz zum Schwimmen (Dori ~2000 Liter Volumen). In einem Standard-Aquarium, das sich fast jeder leisten kann, hat so ein Fisch nichts zu suchen!!!

2.) Blumentiere, wie Korallen und Anemonen auch genannt werden, benötigen nicht so viel Platz wie Fische, stellen aber höhere Ansprüche an die Wasserqualität und die Beleuchtung. Hier kann man nicht alle Korallen über einen Kamm scheren. Weichkorallen sind i.d.R. einfacher zu halten als die knallig gefärbten Steinkorallen. Aber Achtung, es gibt auch heikle Weichkorallen, meist sind es die bunten, die nicht vom Licht leben. Möchte ich unbedingt Steinkorallen pflegen, dann muss ich mich vor dem Start besser vorbereiten und ebenfalls mehr Wissen aneignen. Hierzu später mehr.

3.) Wenn ich noch zur Schule gehe und mich mit einem “Taschengeld“ begnügen muss, von daher nur ein kleines und “einfaches“ Aquarium unterhalten kann, dann muss ich hierfür den geeigneten Besatz finden. Aber keine Angst, auch hierfür gibt es wunderschöne Tiere, die Lust auf Meer machen.
Sehen Sie sich am besten mehrere Aquarien an (live oder im Internet) und lassen Sie diese auf sich wirken. Wenn Sie für sich entschieden haben, was Sie halten möchten, dann ist der erste wichtige Schritt getan, denn der angestrebte Besatz entscheidet über die benötigte Aquariengröße, die benötigten technischen Komponenten, das Ausmaß der Pflegeprodukte und das Minimum an Basiswissen.

Wasser:

Wenn der Aquarist das kleine Einmaleins der Aquarienchemie versteht, dann kann er auch ein fast optimales Aquarium pflegen. Aber der Aquarianer muss kein absoluter Fachmann für Wasserchemie sein. An erster Stelle steht, dass den Aquarienbewohnern dauerhaft eine optimale Umwelt geboten wird. Das Wasser und die Wasserqualität nehmen dabei naturgemäß eine zentrale Position ein und ist zum großen Teil eng mit dem Fisch- und Korallenbesatz, der Fütterung, der installierten Technik und der Aquarienpflege durch den Aquarianer verknüpft.

Die Bedeutung und die Auswirkungen einiger Wasserparameter (Dichte, pH, Ca, KH, Mg, NH4, NO2, NO3 und PO4) sollten zum Wohl des Besatzes auf jeden Fall bekannt sein und regelmäßig überprüft werden (Wassertests). Wichtig ist neben dem ersten Fachwissen manchmal auch der so genannte "gesunde Menschenverstand". Denn mit Blick auf den Besatz und bezüglich der Wasserchemie ist auf Dauer nicht alles gut und richtig, was auf den ersten Blick möglich erscheint.
Das Buch "Ratgeber Meerwasserchemie" von Armin Glaser kostet nicht die Welt und erklärt das Thema Wasser sehr ausführlich.

Wasseraufbereitung:

Das Wasser aus Ihrer Leitung ist, in den meisten Fällen, völlig ungeeignet für den Betrieb eines Meerwasseraquariums. Ebenso verhält es sich oft mit destilliertem Wasser aus dem Baumarkt. In beiden Wasserquellen sind oftmals Schadstoffe (Cu, Al,...) und/oder Nährstoffe (NO3, PO4,...) enthalten, die sich negativ auf Ihre Aquarienbewohner auswirken würden. Daher müssen Sie das Wasser vor der Verwendung aufbereiten. Sie brauchen das aufbereitete Wasser nicht nur für das Ansetzen des Salzwassers, sondern auch um das verdunstende Wasser zu ersetzen.

Informieren Sie sich über die folgenden Möglichkeiten hierzu:

1. Umkehrosmoseanlage
2. Ionentauscher (Vollentsalzer)
3. Mischbettfilter (Vollentsalzer)
Beste Grüße
Harald

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Dienstag, 8. Oktober 2013, 19:07

Teil 2

Salz:

Wer nicht die Möglichkeit hat, sein Aquarium mit echtem Meerwasser zu füllen und zu versorgen, der muss künstliches Meerwasser aus Salzmischungen anrühren. Dies ist zu echtem Meerwasser nur ein Kompromiss. Solange jedoch gutes, hochqualitatives Markensalz zur Verwendung kommt, steht dem erfolgreichen Betrieb eines Meerwasseraquariums nichts im Weg. Jede Firma hat ihr eigenes Salz-Rezept und daher unterscheiden sich diese auch in ihrer Zusammensetzung voneinander. Deshalb macht es Sinn, verschiedene Salzsorten zu kaufen und diese abwechselnd zu verwenden.

Warnung: In der Vergangenheit wurde auch schon reines Kochsalz und sogar Streusalz als Meersalz verkauft. Gutes Meersalz ist aufgrund der Menge an qualitativ hochwertigen Bestandteilen (Salze) teuer. Daher Finger weg von günstigen Ebay-Angeboten, die Gefahr betrogen zu werden und dann seinem Aquarium zu schaden ist dort einfach zu groß.
Tipp: Wenn sie Meerwasser aus einer Salzmischung ansetzen, dann geben Sie zuerst das Wasser in das Behältnis (Wichtig!!!). Danach wiegen Sie das Salz laut den Herstellerangaben ab und geben es in das Wasser. Dabei sollten Sie das Wasser umrühren, um eine bestmögliche Lösung der Salze zu unterstützen. Das Salz wird sich auch dann nur in den seltensten Fällen direkt vollständig lösen, dies ist unter anderem temperaturabhängig. Bei höheren Temperaturen geht das Salz besser in Lösung. Zudem sollten Sie das Wasser ab und zu erneut umrühren oder es, bis zur Verwendung, permanent mit einer kleinen Pumpe in Bewegung halten. Eine zusätzliche Belüftung des Wassers sorgt dafür, dass sich das Verhältnis zwischen Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid richtig einstellt. Zudem sollten Sie die Dichte des angesetzten Meerwassers vor der Verwendung überprüfen.
Wenn ein Aquarianer es fertig bringt, die Selbstreinigungskraft seines Aquariums optimal einzustellen und dabei auf den Stoffwechselkreislauf achtet, dann kann eigentlich nicht viel schief gehen. Hierbei helfen Ihm die Technik, die Dekoration, diverse Filter und auch die gepflegten Tiere.

Technik:

Investieren Sie am Anfang lieber etwas mehr Geld in gescheite Technik, als immer wieder in billigere Technik zur Nachbesserung.
Die folgenden Komponenten erachten wir als wichtig. Bitte informieren Sie sich über diese genau z.B. bei uns hier im Forum.

1. Beleuchtung

HQI (altbewährt):

Metalldampflampen eignen sich aufgrund ihrer Lichtausbeute hervorragend für die Riffbeleuchtung. Sie werden mit einem elektronischen Vorschaltgerät betrieben, sind jedoch nicht dimmbar. HQI-Lampen gibt es von 70 bis 1000 Watt. Die Lichtfarbe wird in der Temperatureinheit Kelvin angegeben. Lampen zwischen 10000 (weißlastig) und 20000 (blaulastig) Kelvin finden in der Riffaquaristik ihren Einsatz. Die Brenner (Leuchtmittel) sollten alle 9 Monate, spätestens aber nach einem Jahr, gewechselt werden.

T5 (ebenfalls altbewährt):

Eine neuere Generation der Röhrenbeleuchtung, die ebenfalls gut für die Riffaquaristik geeignet ist. T5-Röhren sind dünner (16 mm) als die altbekannten T8-Röhren (26 mm) und werden mit einem elektronischen Vorschaltgerät (EVG) betrieben, wodurch die Lichtausbeute drastisch gesteigert wird. Es gibt sie auch mit dimmbaren EVGs, wodurch schöne Sonnenaufgänge und Untergänge simuliert werden können. T5-Röhren sollten bis maximal 60 cm Wassertiefe eingesetzt werden.
Die Leuchtmittel sollten jedes halbe Jahr gewechselt werden.
HQI + T5 Kombi-Leuchten sind ebenfalls erhältlich und vereinen die Vorteile beider Beleuchtungssysteme.

LED:

LED-Leuchten sind effizienter als die oben genannten Beleuchtungssysteme und ihnen gehört sicherlich die Zukunft. Zurzeit sind sie noch etwas teurer in der Anschaffung als HQI und T5-Leuchten, die Folgekosten sind jedoch geringer. Die LED-Technik ist noch nicht 100% erprobt und daher gibt es noch nicht so viele gute Lampen auf dem Markt. Die Möglichkeiten zur Dimmung und zur Wettersimulation sind vielfältig, wenn auch nur Spielerei. Als Tipp: lieber mehr Einzel-LEDs mit weniger Watt betreiben (effizienter), als weniger Einzel-LEDs mit mehr Watt. Informieren Sie sich doch bei uns im Forum über geeignete LED-Leuchten.

2. Eiweißabschäumer (sollte leicht überdimensioniert sein)

Ein Eiweißabschäumer oder einfach Abschäumer entzieht dem Wasser eines geschlossenen Systems vor allem organische Abfallstoffe und angelagerte Substanzen in Form von Lipiden, Harnsäure, Peptide und Aminosäuren auf physikalische Weise. Hierzu werden in ein Rohr feine Luftperlen eingeblasen, an deren nach oben steigenden Bläschen sich Moleküle durch Anhaftung anlagern. Durch den hohen Luftdurchsatz wird ebenfalls das Wasser mit Sauerstoff versorgt. Nur wenige Aquariensysteme kommen ohne ihn aus.

Holzausströmer:

Bei den Modellen mit Holzauströmern, wird mit Hilfe einer Membranpumpe Luft in den Holzausströmer gepresst, die dann wiederum den Holzausströmer in Form vieler kleinster Luftblasen verlässt.

Dispergator:

Bei dieser Funktionsweise des Abschäumens erzeugt der Dispergator mit Hilfe eines Pumpenrades, z.B. Nadelrad, feinste Luftblasen. Funktionsweise: Bei einer Dispergatorpumpe mit Nadelrad wird Wasser und zugeführte Luft angesaugt, vermischt und in das Reaktionsrohr des Abschäumers gedrückt.

Venturidüse:

Dieses Funktionsprinzip ist sehr ähnlich zu den Abschäumern mit Dispergator. Eine Förderpumpe drückt das Wasser durch eine Venturidüse, welche im Inneren eine Verjüngung hat, wo das Wasser erheblich schneller fließt als am Einlauf. An dieser Verjüngung ist eine Bohrung angebracht, wo durch den entstehenden Unterdruck Luft angesaugt wird und sich mit dem Wasser vermischt.

3. Strömungspumpen

Im Meer ist das Wasser immer in Bewegung. Ein Konzept, das wir auch auf unsere Aquarien übertragen müssen. Die Blumentiere sind überwiegend sessil (festsitzend) und können nicht zu Standorten wandern, an denen sie optimale Bedingungen vorfinden. Eine starke Strömung hilft den Tieren einerseits Ablagerungen und Abfallstoffe zu beseitigen. Andererseits werden ihnen aber auch die Bausteine des Lebens geliefert. Die Umwälzung sollte zwischen dem 15-30fachen des Beckenvolumens betragen. Die zur Verwendung kommenden Pumpen sollten gut ausrichtbar (~360°) sein. Lieber viele kleine Pumpen als eine größere, da sich die Strömung hierdurch viel besser einstellen lässt. Informieren Sie sich über verschiedenen Strömungskonzepte (Ringströmung, Closed-Loop ...). Auf niedrigen Stromverbrauch der Pumpen achten.
4. Wirbelbettfilter oder Zeolithfilter (zweckentfremdet) für Absorber/Adsorber.
5. Zeitschaltuhren oder programmierbare Steckdosenleisten.
6. Nachfüllanlage, um verdunstetes Wasser automatisch zu ersetzen.
Beste Grüße
Harald

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Dienstag, 8. Oktober 2013, 19:10

Teil 3

Filtersysteme:

Berliner System:

Das Berliner System wurde, wie der Name schon sagt, von Berlinern erfunden. Hier im speziellen sollte man die Namen von Peter Wilkens besonders erwähnen, da er zu den bekannten Personen in der Aquaristik gehört und die Berliner Methode bekannt gemacht hat. Das Berliner System gehört mit zu dem verbreitetesten System in der Meerwasseraquaristik.

Das Berliner System besteht in der Regel aus folgenden Komponenten:
Lebende Steine, Abschäumer, Beleuchtung, Wasserbewegung, Kalkwasser/Kalkreaktor/Balling, Spurenelemente, niedriger Bodengrund, Wasserwechsel und Aktivkohle.

Miracle Mud:

Bei diesem System wird ein Algenrefugium verwendet. Der Bodengrund des Algenrefugiums besteht aus einem Spurenelement-haltigen Material, dem sogenannten “Miracle Mud“. Die Algen sollen die Spurenelemente für die Blumentiere nutzbar machen. Daher soll auf eine zusätzliche Spurenelementversorgung verzichtet werden können. Dieses System ist in den USA bekannter als hier.

DSB:

Das "Deep Sand Bed" (DSB) oder Tiefsandbett-Methode nach Dr. Ron Shimek bezeichnet eine Methode, mit der Riffaquarien betrieben werden. In den USA gehört das "Deep Sand Bed" inzwischen zu den am weitesten verbreiteten Systemen überhaupt. Grundlage der "Tiefsandbett-Methode" ist ein naturnaher, sehr hoher Bodengrund aus sehr feinem Aragonitsand.

Jaubert:

Das Jaubertsystem wurde erstmals im Jahr 1988 von Professor Jean Jaubert vorgestellt, einem Meeresbiologen der am Ozeanografischen Museum in Monaco arbeitet. Die wichtigsten Merkmale des "Jaubert-System" sind ein 8 bis 10 cm hoher Bodengrund aus groben Korallensand mit einer Korngröße von 2 bis 5 mm und das sogenannte Plenum, ein 10 bis 30 mm hoher Hohlraum unter dem Bodengrund.. Bei diesem System übernimmt der Bodengrund sämtliche Funktionen wie Nitrifikation des Wassers.

Dekoration:

Hiermit sind vor allem die Aufbauten im Aquarium gemeint, die als Stellfläche für Blumentiere und Versteckmöglichkeiten für Fische dienen, aber auch Ihren Beitrag zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes und der Stabilisierung des Wassers leisten. Hierfür eignen sich besonders das sogenannte Lebend Gestein, Totes Riffgestein und Riffkeramiken. Lavagestein, Lochgestein und was Sie vielleicht sonst noch aus der Süßwasser-Aquaristik kennen ist völlig ungeeignet.

Informieren Sie sich gut über die folgenden Punkte:

1. Aufgaben, Qualität, Vorteile und Risiken des Lebend Gesteins. Tipps: Das Lebend Gestein eignet sich nicht aus allen Abbaugebieten. Es sollte nicht zu fest, aber auch nicht zu porös sein. Es sollte gut strukturiert sein, d.h. Löcher, Höhlen und Spalten. Es sollte nach Meer riechen und mit Kalkrotalgen, Schwämmen und eventuell sogar Korallen bewachsen sein. Faulig riechendes Gestein, das nur grau erscheint und im Inneren schwarz (faulig) ist, sollte nicht verwendet werden.

2. Aufgaben, Qualität und Vorteile des Toten Riffgesteins. Tipps: Es sollte nicht zu fest, aber auch nicht zu porös sein. Es sollte gut strukturiert sein, d.h. Löcher, Höhlen und Spalten. Totes Riffgestein sollte vor der Verwendung gereinigt werden.

3. Aufgabe und Qualität der Riffkeramik. Tipps: Es sollte nicht zu fest, aber auch nicht zu porös sein. Vor allem dient Sie als Riffstativ (Aufbauhilfe) und sollte zumindest mit Totem Riffgestein (besser mit Lebend Gestein) vermengt werden.

Bodengrund:

Auch der Bodengrund kann zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichtes beitragen, er ist aber nicht zwingend notwendig, sofern Sie keine im Boden lebenden Tiere halten möchten. Von dem sogenannten Live Sand würden wir Ihnen abraten. Welcher Bodengrund in Frage kommt und in welcher Schichtdicke er verwendet werden soll, können Sie bei uns im Forum klären.
Beste Grüße
Harald

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Dienstag, 8. Oktober 2013, 19:13

Teil 4

Fische:

Fische brauchen Futter, Schwimmraum und eine geeignete Gesellschaft. Nicht jeder Fisch verträgt sich mit jedem anderen Fisch. Nicht jeder Fisch ernährt sich im Meer von dem gleichen Futter. Nicht jeder Fisch schwimmt den ganzen Tag hin und her. Wenn Sie sich über die Anforderungen der gewünschten Fische im Vorfeld informieren (z.B. bei www.meerwasser-lexikon.de), dann kann eigentlich nichts schief gehen.

Blumentiere:

Die bei uns im Aquarium gepflegten Tiere kommen aus den unterschiedlichsten Regionen der Erde und stellen ganz eigene Ansprüche an die Dichte oder den Nährstoffgehalt des Wasser. Ebenso stammen sie aus verschiedenen Tiefenregionen des Meeres. Knapp unterhalb der Wasseroberfläche bekommen Korallen und Co. zwar eine Menge Licht, sind dafür aber von starken, wechselhaften Strömungen betroffen (SPS-Zone). In den tieferen Regionen verhält es sich genau andersherum (LPS-Zone). Es ist nicht immer einfach allen Tieren gerecht zu werden. Daher informieren Sie sich vorab gut über die Bedürfnisse Ihrer Tiere.
Da sich die meisten Blumentiere nicht aus dem Weg gehen können (sessile Lebensweise), befinden sie sich permanent im Kampf um Licht und Siedlungsraum. Hierfür haben die verschiedenen Tiere ganz eigene Strategien entwickelt. Einige LPS-Korallen können z.B. beachtlich lange Kampftentakeln ausbilden, mit denen sie andere Korallen nicht nur in der unmittelbaren Nachbarschaft schwer schädigen können. Informieren sie sich also gut über das Schädigungspotential der verschiedenen Blumentiere und beachten Sie dies, bei der Wahl des geeigneten Standortes.
Die meisten Weichkorallen, Krustenanemonen und Scheibenanemonen sind recht pflegeleicht. Wenn das Wasser regelmäßig gewechselt wird und ein paar Spurenelemente dosiert werden (Jod und Strontium) ist die Haltung sehr einfach. Eine ausreichende Mineralstoffversorgung wird i.d.R. über den Wasserwechsel bewerkstelligt. Balling und Co. sind für die Haltung dieser Tiere nicht zwingend erforderlich. Die die Nährstoffe im Wasser sollten nicht übermäßig hoch sein (NO3 bis 20 mg/l und PO4 nicht über 0,05 mg/l), denn ansonsten provoziert man Algenprobleme.
Steinkorallen sind etwas schwieriger zufrieden zu stellen. I.d.R. sind LPS-Korallen einfacher in der Haltung als SPS-Korallen. LPS-Korallen vertragen auch höhere Nährstoffwerte (NO3 bis 10 mg/l und PO4 bis 0,05 mg/l), SPS hingegen mögen es nährstoffarm (NO3 bis max. 5 mg/l (viel besser 1 mg/l NO3) und PO4 niedriger als 0,05 mg/l). Bei höheren Nährstoffwerten werden diese Korallen oft von Bohralgen befallen, die das Skelett zerfressen, was zum Tod der Tiere führen kann. SPS Korallen werden zusätzlich braun und sind dann nicht mehr schön anzusehen. Ein anderes Problem kann eine Nährstofflimitierung sein. Jedes Lebewesen braucht Stickstoff (N) und PO4. Daher darf N und PO4 auch nie ganz entfernt werden.
Versorgung mit Mineralstoffen:
Steinkorallen bauen ein massives Skelett aus Ca und HCO3 auf. Daher brauchen sie diese Stoffe auch, um zu wachsen. Hier kommen nun die ganzen Methoden ins Spiel wie Balling, Triton und so weiter.

Balling:

Hier gibt es verschiedene Abwandlungen, light, klassisch und individual plus. Hauptsächlich dient es der Mineralstoffversorgung (Ca, Mg und NaHCO3 (KH))
Bei Balling light wird nur CaCl2, NaHCO3 und MgCl2 dosiert. Hier wird kein Mineralsalz (ohne NaCl) verwendet. Eine Anreicherung von Na und Cl soll durch größere, regelmäßige Wasserwechsel verhindert werden, ebenso soll hierdurch die Spurenelementversorgung gewährleistet sein. Die Dosierung wird anhand des Verbrauches errechnet (Hier gibt es unendlich viele Online-Tools für die Berechnung). Dafür müssen Ca, Mg und KH regelmäßig gemessen werden. Die Dosierung muss für jeden Stoff einzeln ermittelt werden und das wöchentlich. Rezepte für die Lösungen gibt es im Internet zu Hauf.
Bei dem klassischen Balling wird ebenfalls CaCl2, NaHCO3 und MgCl2 dosiert. Hinzu kommt das NaCl freie Mineralsalz, um eine Anreicherung von Na und Cl zu verhindern. Ebenfalls werden einige Spurenelemente hinzugegeben. Die Wasserwechsel müssen regelmäßig erfolgen, aber nicht im gleichen Umfang wie bei der light-Variante. Die Dosierung wird ebenfalls anhand des Verbrauches errechnet. Dafür müssen Ca, Mg und KH regelmäßig gemessen werden. Die Dosierung muss für jeden Stoff einzeln ermittelt werden und das wöchentlich. Rezepte für die Lösungen gibt es im Internet zu Hauf.
Die Balling individual plus Methode ist im Prinzip genau wie die klassische Methode aufgebaut. Hier werden nur wesentlich mehr Spurenelemente und sonstige Nährstoffe ergänzt. Dies macht diese Methode zur teuersten. Die Wasserwechsel müssen regelmäßig erfolgen. Die Dosierung wird ebenfalls anhand des Verbrauches errechnet. Rezepte für die Lösungen gibt es im Internet zu Hauf.
Ca, Mg und KH können auch über fertige Lösungen dosiert werden.
Diese Methoden sind aufwendig (Wasserwechsel, Wassertests, den Verbrauch jedes Mittels einzeln bestimmen ...), bedürfen ein bisschen Übung und sind unter Umständen teuer. Balling light ist von den genannten Methoden am günstigsten. Balling individual plus ist am teuersten.
Die Triton-Methode ist mit dem wenigsten Aufwand verbunden, kostet weniger als die Balling individual plus Methode (bei gleich guten Resultaten) und bedarf keiner Übung. Man benötigt allerdings ein Aquarium nach dem Berliner-System, ein Algenrefugium, ein bisschen Aktivkohle und ggf. einen PO4-Adsorber. Der Verbrauch wird nur anhand des KH-Wertes ermittelt. Wasserwechsel entfallen. Nachfüllwasser muss allerdings durch eine Umkehrosmoseanlage und einen Mischbettharzfilter laufen. Diese Methode macht die SPS-Haltung zum Kinderspiel. Weitere Informationen finden sie auf Korallenriff.de: Erfahrungen mit der Triton-Methode.

Händler:

Die Beratungsqualität der verschiedenen Händlern weicht stark von einander ab. Viele Händler sind nur an Ihrem Geld interessiert und wollen Ihnen natürlich nur das "Nötigste" verkaufen. Hinzu kommt, dass solche Händler Ihnen Tiere anbieten, die für Ihr Aquarium noch nicht oder gar nicht in Frage kommen. Sie sollten in Alarmbereitschaft versetzt sein, wenn ein Händler sie z.B. im Forum persönlich anschreibt. Es wird schon einen Grund haben, warum er darauf angewiesen ist seinen Kundenkreis persönlich zu erweitern. Händler, die eine professionelle Beratung und eine gute Qualität anbieten, haben so etwas nicht nötig. Gute Händler werden durch Mundpropaganda von zufriedenen Kunden permanent mit neuen Kunden versorgt. Fragen Sie daher bekannte oder erfahrene Aquarianer nach guten Händlern in Ihrer Umgebung.

Mit freundlichen Grüßen,

Harald Ebert und Benedikt Funk

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