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Dietmar

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Freitag, 7. März 2014, 16:14

Unerwartetes Phytoplankton

Hallo Gemeinde,
heute habe ich wieder einmal in der Bibliothek gestöbert und da ist mir ein Artikel von Heinz Schöne aus dem Jahr 1979 aufgefallen. Er beschreibt ausführlich seine Futterzucht und auch, dass er und einige seiner Vorgänger Phytoplankton bei einer Artemia Kultur erzeugten. Das ging so:
Zitat Heinz Schöne: "Eine Messerspitze Artemia Zysten werden mit ... in ein mit Nährstoffen (Anmerkung: hier wurde ein Blumendünger benutzt) versehenes, pasteurisiertes Seewasser gegeben. Noch vor dem Schlüpfen der Nauplien wird das Seewasser durch Dederonwatte filtriert. Das Filtrat verbleibt an einem hellen Standort. Die erwähnten Algen treten in solchen Lösungen nach ein bis zwei Wochen auf... Bisher konnten auf diese Weise begeißelte und unbegeißelte grüne Algen, die etwa die Größe von Dunaliella aufweisen, erhalten werden." Zitat Ende.
Wie wir heute wissen, ist die Aufzucht von Artemia in Massenkultur bisweilen schwierig, wenn keine Maßnahmen zur Sterilisierung des Kulturmediums unternommen werden. Daher ist es schon erstaunlich, dass die Ansätze von Phytoplankton ohne bakterielle Verunreinigungen gelang. Tolle Leistung!
LG Dietmar
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Steffi

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Freitag, 7. März 2014, 16:38

Wieso ist die Aufzucht von Artemia schwierig?
Ich nehme "Abwasser" von meinen MW-Becken, A. salina (die echten!) rein, ab auf die Fensterbank und es läuft. Keine Heizung, keine Luft, nix. Grünt sich dann von alleine ein. wobei die Artemia brauchen nicht viel Futter, meist werden sie überfüttert und das Wasser kippt.
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Steffi

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Dietmar

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Samstag, 8. März 2014, 09:36

Hallo Steffi,
ich habe von Massenkultur geschrieben. Eigentlich habe ich damit gemeint aus einem Teelöffel Zysten die Ausbeute einer Futtertafel adulter Atemia zu erhalten. Entschuldige bitte. Das Problem der Kultur ist die bakterielle Belastung des Kulturmediums und die Folgen für die Artemia, bekannt als der 5 Tage Tod. Und die Übertragung von Vibrionen, die als Dauersporen in den Zysten der Artemia überleben und bei unsauberer Arbeitsweise genau wie die Artemia zum Leben erweckt werden.
Sylvio züchtet Rhodomonas für Artemia und er hatte die Futtermengen beschrieben die Artemia vertilgt bis sie erwachsen werden. Die Mengen sind gewaltig und die Zeit dafür gering bis die Behälter Rhodomonas frei sind.
Die Menge Tiere und die Menge Phyto erzeugen Stoffwechselprodukte, Sedimentation usw. was letztendlich zum kippen der Kultur führt, wenn man nicht gegensteuert. Artemia überfüttern geht nicht- die fressen wenn die Partikelgröße stimmt alles und wenn es Kohledreck ist. Entscheidend für die Verwertung in Biomasse Aufbau ist die Verdaulichkeit der Nahrung, Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, Stoffwechselgeschwindigkeit und Verweilzeit im Darm. Letztendlich ist es nicht entscheidend, ob die Artemia ausgewachsen ist sondern was die den Fischen mitbringen: Algennahrung hoch konzentriert und vorverdaut, mit Enzymen, Hormonen, Lipiden, Kohlehydraten, Vitaminen und Eiweiß angereichert in eine für Fische leicht verdauliche Form gebracht. Manche der genannten Dinge sind essenziell und nur über diese Ernährungsform für die Fische verfügbar.
In einem muss ich Dir zustimmen, die Freilandkulturen von Artemia sind fast Selbstläufer aber indoor schaut es ganz anders aus.
Was wir den Artemia füttern um sie schnell zu hochwertiger Nahrung aufzuziehen ist entscheidend, einige Phytoarten haben sich als besonders geeignet erwiesen. Das alles wusste man damals noch nicht in dem Maße, wie uns das heute selbstverständlich erscheint. Der Denkansatz, das Phyto zu nutzen, was bei Artemiakultur mit entsteht scheint auf dem ersten Blick verständlich, wenn die Zysten und das Phyto zusammen zum Leben erweckt wurden.
Leider hatte Heinz Schöne es versäumt eine Mitteilung zur Art des Phytos zu machen; allerdings muss man zugutehalten, dass es damals vielleicht auch nicht möglich war das zu bestimmen?
Also da ich neugierig bin, werde ich diesen Versuch von Heinz wiederholen, mehrere Zysten beschaffen und dann hoffen, dass Algen entstehen. Ich werde allerdings eine andere Sterilisation des Kulturmediums vornehmen, da mir einige Vorgehensweisen von Heinz nicht plausibel sind. Vielleicht möchte noch jemand diesen Versuch machen und dann darüber berichten?
LG Dietmar
PS Was sind "echte" Artemia?
PPS A. salina als Artname genügt nicht. Meist haben wir in Deutschland die Unterarten cf. franciscana zur Verfügung.
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Steffi

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Samstag, 8. März 2014, 16:01

Artemia franciscana werden oft als Artemia salina verkauft. Artemia salina sind die Salinenkrebse, die es früher auch in Deutschland gab. Sie werden viel größer als die A. franciscana. In D gelten sie als ausgestorben. Aber in Spanien gibt es noch Vorkommen. Ich halte diese Artemia auch nicht als Futtertiere, sondern als Tiere zum angucken, weil sie wunderschön sind.
A. salina sind was die Temperaturspanne angeht, wesentlich weniger anspruchsvoll als die A. franciscana. Sie brauchen aber auch viel länger um adult zu werden. Schlüpfen auch schlechter und sind etwas schwieriger durchzubringen.
A. salina-Zysten bekommt man meist in Lehm, das ist der natürliche Bodengrund, in dem sie abgelegt werden.


Oben ist eine Artemie, die gerade lebenden Nachwuchs abgibt, unten die trägt Dauerzysten.

Daß man Artemia nicht überfüttern kann ist schon klar, aber man kann das Wasser versauen, indem man viel zu viel Futter. gibt ;) Dann haben sich die Artemia auch erledigt.

Ich habe mit den Artemia im Haus auch keine Probleme. ich halte neben den A. salina auch öfter noch A. persimilis und A. franciscana. Die A. franciscana im Moment ungeheizt bei 17° (soll nicht gehen, geht aber prima!).

als Futtertiere nehme ich eigentlich nur die frisch geschlüpften AF430.

Wenn man die Artemia im Aqaurium hält, regelt sich der Besatz eh von selbt, die Dichte, die du beschrieben hast gibt's da nicht, wenn die anzahl der Tiere zu groß wird, legen sie Dauerzysten ab, sinkt der besatz wieder und ist Wasserqualität noch o.k. gibt's wieder lebenden Nachwuchs.

Ich habe mir um die Massenzucht auch noch nie Gedanken gemacht. Sind sehr viele da, wandern auch mal welche ins AQ.
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Steffi

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Dietmar

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Samstag, 8. März 2014, 16:39

Hallo Steffi,
tolle Aufnahmen! Dass Du so mehrere Arten hast da frage ich mich wo die Bezugsquelle ist.
Es gibt in D einige Salzseen wo die kommerziell gezüchtet werden aber das ist soweit ich weiss alles franciscana. In Polen gibt es noch einen professionellen Züchter, wo die Berliner FG ihr Futter bezieht aber auch das ist franciscana in Freilandkultur. Dann gibt es in Asien noch einige andere Arten an Artemia aber da ranzukommen ist schwierig. Alles andere was an Feenkrebsen in D zu finden ist steht unter Schutz und ist nur zum guggen.
LG Dietmar
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Steffi

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Samstag, 8. März 2014, 17:33

Feenkrebse mag ich auch total gerne! aber auch nicht als Futter ^^ Von denen hatte ich auch schon einige Arten, aber die sind leider keine Dauerkultur wie die Artemia, da sie keinen lebenden Nachwuchs bekommen.

Meine Artemia salina beziehe ich hier:
http://www.aquakultur-genzel.de/onlinesh…hop/index1.html

Die Persimilis hatte ich auch von dort. Die haben bei mir aber keinen lebenden Nachwuchs bekommen, nur Zysten abgelegt.
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Samstag, 8. März 2014, 21:18

Danke Steffi,
ich habe vor wieder zu züchten und den Genzel total vergessen. Ich bin zu lange raus aus dem Geschäft.
LG Dietmar
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