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Harald

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Dienstag, 21. Januar 2014, 11:04

Temperatur im Meerwasser Aquarium in Bezug auf Gorgonien, oder das Sterben der Gorgonien im heimischen Riffaquarium

Ein paar grundlegende Regeln sollte der engagierte Riffaquarianer beherrschen, um unsere Pfleglinge gesund am Leben zu erhalten. Ein oft unterschätzter Faktor ist die Temperatur im tropischen Meerwasser Aquarium.

Aber fangen wir zur Einleitung mit den Ozeanen an. Kalte und warme Meeresströmungen bestimmen die Verteilung des Lebens im Meer mit. Empfindliche Meeresbewohner, wie die Korallen, bevorzugen eine konstante Temperatur um die 25° bis 27° Grad. Sie siedeln sich in der Regel in den Riffregionen am Äquator an, wo die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen nur um die zwei Grad betragen.

Zur Erklärung: Kaltes Meereswasser kommt von den Polregionen, fließt an der Westseite der Kontinente zum Äquator und wärmt sich dabei auf. Warmes Meereswasser fließt vom Äquator Richtung Pol, vor allem an der Ostseite der Kontinente entlang und gibt dabei Wärme ab. Durch diese Strömungen wird unser Klima ausgeglichen und Nährstoffe werden über große Strecken verfrachtet. Eine weitere auffallende Eigenschaft ist die Wärmekapazität der Ozeane. Ozeane haben eine sehr hohe spezifische Wärmekapazität, das heißt, wenn sich die Umgebungstemperaturen verändern, so ändert sich die Wassertemperatur relativ wenig. Mit anderen Worten, wenn es kälter wird, bleibt Wasser noch lange warm, wenn es sehr heiß wird, ist Wasser immer noch kühl. Dadurch wirken die Meere stabilisierend und ausgleichend auf unser Klima. Außerdem schwanken auch die Temperaturen der Korallen nicht allzu stark, sondern bleiben in einem erträglichen Bereich.

So und nun sind wir an dem Punkt angelangt, wo viele sagen werden, was erzählt uns der hier. Ist doch alles oller Tabak. Aber nein weit gefehlt, wir wollen hier über die Gorgonien sprechen. Unbestritten, viele dieser in meinen Augen wundervollen Geschöpfe, leben auch in den Regionen die ich oben beschrieben habe. Aber Gorgonien sind nun mal eine Spezies, die auch in Regionen leben, wo es schon mal etwas kälter sein kann.

Um festzustellen welche Bedingungen optimal sind, muss man wissen, aus welchem Habitat stammt die Gorgonie die ich in meinem Aquarium pflegen möchte. Pauschale Aussagen wie z.B. die Gorgonie stammt aus der Karibik, reichen oftmals nicht aus. Nehmen wir das Beispiel der Diodogorgia nodulifera, eine heute durchaus haltbare azooxanthellate Gorgonie. Der Lebensraum ist weit gefächert, und reicht von Florida, Puerto Rico, Panama bis nach Venezuela vor der Halbinsel Cumana. Die Tiefe beträgt in Florida 60 bis 90 Meter bei einer Temperatur von 19° bis 16° Grad, vor Panama aber nur 30-40 Meter, dort sind es 22° bis 20° Grad. Alle anderen Fundgebiete sind tiefer als 90 Meter. Dem entsprechend kälter wird auch das Wasser, und dies wird von vielen Riff Aquarianern übersehen oder besser verkannt. Oft höre ich die Tiere werden sich schon anpassen. Die meisten Gorgonien haben aber keine Möglichkeit der Anpassung ihrer internen Temperatur.

Die Bedeutung oder Kenntnis der optimalen physischen Umgebungsbedingungen der Gorgonien ist wahrscheinlich am deutlichsten, wenn man sich der Auswirkungen von Temperaturänderungen bewusst ist. Anders ausgedrückt, die Stoffwechselrate wird von der Außentemperatur geregelt. Wenn das Tier bei einer Temperatur über 5 °C. oberhalb oder unterhalb seiner optimalen Temperatur gehalten wird, wird seine metabolische Überlebensrate um 48% höher oder niedriger sein.

Die Gorgonien müssen also eine enorme Energie aufbringen, um ihre Stoffwechselfunktion aufrecht zu erhalten. Durch diese Energie die die Gorgonie aufbringen muss, ist sie nach kurzer Zeit derart geschwächt, dass sie praktisch nach einiger Zeit nicht mehr in der Lage ist, Energie aufzuwenden um Futter zu fangen. Die Gorgonie wird schlecht weg verhungern. Wir erzwingen praktisch dass die Tiere am Rande einer physiologischen Katastrophe leben, und es ist wohl eine Ursache mit, für viele unnötige Todesfälle.

Quellennachweis:

Ronald L. Shimek

Susan T. DeVictor

Steve L. Morton

Eric Bornemann

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Beste Grüße
Harald

Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
Ich entscheide mich für den Mut.


: seepferd : Mein Hippocampus reidi Würfel und hier die Vorgeschichte dazu. : seepferd :

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