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Dietmar

FG-Meeresaquaristik Berlin-Brandenburg

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Mittwoch, 9. Oktober 2013, 18:59

Experiment CO2 im Aquarium

CO2 im Seewasseraquarium – Ein Experiment

Als ich vor einigen Jahren mit einem Seewasseraquarium begann, hatte ich ein einziges Lehrbuch- Das optimale Meerwasseraquarium von Kipper zur Verfügung und wie bei den meisten Leuten die damit anfangen, kaum Ansprechpartner außer einem Händler. Nun ja, so habe ich einige Wege beschritten, die man heute nicht mehr geht.
In dem Leitfaden von Kipper gibt’s auch einen Artikel, mit denen eine CO2 Begasung des Aquariums erläutert wird.[1] Ich kannte die Notwendigkeit aus dem Süsswasseraquarium, um Pflanzen bei starker Beleuchtung eine Assimilation zu ermöglichen und die Bikarbonathärte zu stabilisieren.
Mein damaliges Aquarium wurde zum Teil mit LS bestückt; Weichkorallen, Scheiben- und Krustenanemonen sowie höhere Algen waren die Hauptkomponenten des Besatzes. An Steinkorallen hatte ich mich damals nicht herangetraut. Einige wenige Fische waren in dem 600 Liter fassenden Behälter angesiedelt.
Bevor die CO2 Zugabe praktiziert wurde, hatte ich eine Messreihe zum pH Wert erstellt. Auffällig war ein relativ niedriger pH Wert Früh und ein recht hoher pH Wert am Abend; die Messwerte lagen zwischen 7,75 und 8,35 pH. Diese Schwankungen entstehen durch den CO2 Verbrauch tagsüber durch Assimilation der Algen und Nachts durch Atmung und CO2 Abgabe. Meine Vorgaben für die Einstellung des pH Wertes und einen CO2 Puffer für Algen und Korallen waren eine Absenkung des pH Spitzenwertes um 0,1-0,2 pH und gleichzeitig der Stabilisierung der Karbonathärte durch den entstehenden Puffer. Die Zufuhr des CO2 erfolgte über das Ausperlen an der Ansaugseite einer Umwälzpumpe, die Messkette war am Zulauf zum Rieselfilter angebracht.
Welche Auswirkungen hatte das auf das Aquarium?
Die Stabilisierung des pH Wertes mittels Dosierautomaten brachte eine Minimierung der pH Wert Schwankungen auf Werte um 8.15-8.20 Tag und Nacht stabil. Dieser Zustand wurde innerhalb einer Woche erreicht, konnte allerdings nicht dauerhaft stabilisiert werden. Die Unzulänglichkeiten waren auf die technische Ausrüstung des damaligen Regelsystem zurückzuführen: Keine Temperatur stabilisierte Messkette und eine gewisse Drift der Elektrode durch Bewuchs und Verschmutzung hatten sehr intensive und arbeitsaufwändige Pflegemaßnahmen und Kalibrierungen zur Folge.
Die Auswirkungen auf die Korallen waren überraschenderweise sehr gut. Die Weichkorallen haben so gut gestanden, wie man sich das nur wünschen kann, herrliches Polypenbild und sehr guter Wuchs waren zu verzeichnen. Ich würde sagen optimale Bedingungen für die Korallen. Wer einmal die Faszination der sich bewegenden Korallen spürt, wenn sie sich in der Strömung wiegen, die ausgeprägten Polypen die man sieht- so stellt man sich eine Koralle vor.
Und die Algen? Ja, auch die sind gewachsen und mehr als mir lieb war. Ich hatte eine Caulerpa taxifolia drin und das ist eine Alge, die ich heute nicht mehr in das Aquarium setzen würde. Aber am meisten habe ich mich über einen Tang erfreut, der aus einem der lebenden Steine erschien. Er erreichte eine Höhe von etwa 40 cm und einen Durchmesser von 30 cm. Aus damaliger Sicht dachte ich dass es normal ist, wenn Tange wachsen, heute weiss ich es besser. Es muss auf jeden Fall eine Sargassum Art gewesen sein.
Nach etwa einem halben Jahr habe ich mit der CO2 Zufuhr aufgehört weil alle gesagt haben CO2 hat im Aquarium nichts zu suchen und das alles sei Unsinn. Am meisten jedoch habe ich mich über die Elektrode und deren Unzulänglichkeit geärgert.
Wenn mich heute einer fragen würde, ob ich das noch mal machen würde, weiß ich nicht ob ich dem zustimmen würde. Auf jeden Fall nur mit vernünftiger Technik, andererseits kostet das eine Menge Geld, was ich lieber für Tiere ausgeben würde.

LG Dietmar
Quelle: [1] Das optimale Meerwasseraquarium Horst E. Kipper S. 78ff.
Signatur von »Dietmar« FG Meeresaquaristik Berlin-Brandenburg

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