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Ben F.

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21

Freitag, 21. November 2014, 21:19

Hi Harald,

ich habe ja auch nicht gesagt dass ich das Meerwasser damals von ATI bezogen habe. Als ich meinen letzten WW durchgeführt habe, gab es das ohnehin noch nicht. Die UVP für natürliches Meerwasser im 22 Liter Kanister finde ich persönlich auch nicht ansprechend und werde es daher auch nie im Laden kaufen ... zugegeben, bei mir ist das sowieso bald etwas anderes.

- Direkter Besatz mit Korallen und Fischen möglich


Die Idee Korallen direkt einzubringen ist ja in letzterer Zeit oft auch an anderer Stelle diskutiert worden. Dem stehe ich gar nicht mehr so kritisch gegenüber, doch finde auch ich, dass Fische vor der Etablierung eines laufenden Stickstoffkreislaufs keineswegs den Weg in ein Becken finden sollten. Noch einmal zu den Korallen, hier muss man selbstverständlich unterscheiden, kleine Ableger (vor allem Krusten, Scheiben, Weichkorallen) kann ich mir mittlerweile gut in einem frisch eingerichteten Becken vorstellen, der SPS-Mutterstock wird vermutlich jedoch keine Überlebensgrundlage haben.

Gleicht Defizite im Aqaurium zuverlässig aus


Sehe ich auch als ein wenig überzogen. Es verursacht aber immerhin keine neuen Probleme.
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Gruß,


Ben

Harald

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22

Freitag, 21. November 2014, 21:35

Dem stehe ich gar nicht mehr so kritisch gegenüber

Ich ja auch nicht Ben, eher sogar im Gegenteil.

Doch wie das heute zu Tage ist und ich an andere Stelle hier schon geschrieben habe:

Jeder von uns, zu mindestens gehe ich davon aus, hat schon ein Buch über die Meerwasseraquaristik gelesen. Um auch das klar heraus zu stellen, so soll es sein um sich mit den Grundlagen vertraut zu machen, was auch gut so ist, aber bitte vor dem Start eines Meerwasseraquariums. Ich für mich persönlich habe festgestellt, dass der Anfänger von heute leider sehr wenig weiß, als noch vor ein paar Jahren. Vielleicht liegt es ja daran dass die schöne bunte Internetwelt dem Kunden einfach nur erzählt, dass man sich nur die richtigen Sachen kaufen muss und nach vier Wochen ist Friede Freude Eierkuchen. Die Industrie tut mit Ihren Wässerchen, Pülverchen und Mittelchen ein Übriges dazu, den Leuten eine solche Philosophie schmackhaft zu machen. Jeder der länger dabei ist, weiß eigentlich dass es so nicht ist, und das Abenteuer Meerwasseraquaristik endet in Frust und Enttäuschung.

Deswegen habe ich auch in diesem Thread geschrieben:

Das suggeriert doch auch gerade vielleicht dem Anfänger, ach so einfach ist das.
Beste Grüße
Harald

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Ben F.

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23

Freitag, 21. November 2014, 21:54

Hi Bernd,

Bei dem von Dir wohl gemeinten nachdrücklichsten Skeptiker handelt es sich um einen der profiliertesten und kompetentesten Fachleute und Entwickler in der Meeresaquaristik. Aber auch andere nachgewiesene Spezialisten waren kritisch


Es ist so oft wie auch in der Wissenschaft. Altes wird bewahrt und neues wird erst einmal abgelehnt. Aber die Herren sollen hier nicht unser Thema sein.

Ich finde zumindest das NSW in unserm Hobby durchaus seine Berechtigung hat. Am Preis muss sich allerdings noch einiges tun, damit es mal eine in der Praxis vernünftige Alternative werden kann.
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Gruß,


Ben

Ben F.

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24

Freitag, 21. November 2014, 21:54

@ Harald:

da bin ich ganz bei dir, wobei hier auch die Händler in der Pflicht stehen sollten.
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Gruß,


Ben

Harald

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25

Freitag, 21. November 2014, 22:27

ich werde das jetzt mal eine weile machen und beobachten und dann entscheiden, ob ich das so weiter betreiben möchte.
es ist auf jeden fall praktisch, fertiges mw schnell zur hand zu haben.

Bettina ganz vergessen :rolleyes:

Ja mache das bitte und berichte über deine längerfristigen Erfahrungen.
Beste Grüße
Harald

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Bernd K.

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26

Freitag, 21. November 2014, 22:37

Hi Bernd,

Bei dem von Dir wohl gemeinten nachdrücklichsten Skeptiker handelt es sich um einen der profiliertesten und kompetentesten Fachleute und Entwickler in der Meeresaquaristik. Aber auch andere nachgewiesene Spezialisten waren kritisch


Es ist so oft wie auch in der Wissenschaft. Altes wird bewahrt und neues wird erst einmal abgelehnt.


Hallo Ben,

ich nehme an, dass Du zur jüngeren Generation gehörst. Was Du vielleicht gar nicht wissen kannst, natürliches Meerwasser ist eine absolut alter Hut!!! Damit haben wir nämlich in den frühen Jahren der Meeresaquaristik angefangen, als es neben wenigen Rezepten zum Selberanmischen nur die Beschaffung aus dem Meer gab. Wir haben auch immer versucht, Wasser aus möglichst nicht belasteten Bereichen zu holen, aber es gab damit doch öfters einmal Probleme. Es sind also Erfahrungen derjenigen, die die Meeresaquaristik entscheidend nach vorn gebracht haben - und dies vor allem mit den nach und nach verbesserten Salzmischungen.


Gruß

Bernd

Beitrag editiert auf sachliche Inhalte von Dietmar

Nuby

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27

Freitag, 21. November 2014, 22:41

Hab vorhin mal gemessen:

D 1,023
Kh 8,7
Ph 8,1
Ca 450
Mag 1305

Sieht doch ganz gut aus :D
Signatur von »Nuby« Liebe Grüsse
Bettina
:bye:

Ben F.

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28

Samstag, 22. November 2014, 10:57

Hi Bernd,

natürliches Meerwasser ist eine absolut alter Hut!!!


aber es gab damit doch öfters einmal Probleme.


Besonders letzteres will ich gar nicht bestreiten.

Alleridngs wird NSW in den USA nun schon seit Jahren erfolgreich verwendet. Dieses Jahr ist in einem Mesocosmusexperiment das erste mal die Aufzucht von Thunfischeiern zu kleinen Fischen gelungen (Medium: NSW). Ich betreue einige Aquarianer ausserhalb des Forums, die Ihre Becken mit NSW geflutet (Erstbefüllung) haben und allesamt eine mildere Einfahrphase erlebten. Verschiedene Großhändler wie z.B. TLI aus Menden betreiben ihre Anlage mit NSW.

Die Frage die sich mir daher stellt ist, warum hat das NSW damals Probleme verursacht und warum funktioniert es heute so gut? An der stetig besser werdenden Wasserqualität in den Meeren wird es wahrscheinlich nicht liegen ;-) Kann es nicht eher so sein, dass das Wissen und die technischen Gegebenheiten damals noch nicht ausreichten um tatsächlich Erfolg in unserem Hobby zu haben (Unabhängig von NSW und Meersalzmischung)?

ATI ist auch nicht der einzige Anbieter. AMA bietet es schon viel länger an, nur zu einem unverschämteren Preis (17 Liter für 30 Euro).
Signatur von »Ben F.«
Gruß,


Ben

Bernd K.

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29

Samstag, 22. November 2014, 12:05

Hallo Ben,

es lag damals - wie auch heute - schlicht und ergreifend an der unterschiedlichen Qualität des entnommenen und transportierten Wassers. Es bestreitet ja niemand, dass natürliches Meerwasser ansich bestens geeignet sein könnte. Was kann besser sein als die Natur? Ungesichert sind aber Fragen der tatsächlichen Entnahmestellen (da wurde im erwähnten Thread gewaltig herumgeeiert, wobei die Nordsee in weiten Teilen ohnehin als recht belastet gilt), des Transports (mit speziellen Tankfahrzeugen?), der Aufbewahrung und des Versands (im Kanister zum Kunden). Werbeaussagen von Vertreibern sehe ich aus guten Gründen und Erfahrungen mit großer Skespis, vor allem dann, wenn unhaltbare Aussagen (siehe Beitrag von Harald) verbreitet werden.

Das damalige Problem war - und dürfte auch heute nicht vollständig gelöst sein - dass man dem Wasser bei seiner Entnahme den tatsächlichen Zustand nicht ansieht. Zwar gibt es heute bessere Schnelltests, aber gerade kritische Dinge wie die Belastung mit bestimmten Schwermetallen lassen sich vor Ort nicht klären. Glaubt jemand wirklich, dass eine teure Fuhre Meerwasser nachträglich entsorgt wird, wenn sich da - ohnehin schwer messbar - einige unerwünschte Verunreinigungen finden?
Es kam immer einmal wieder vor, dass das Wasser aufgrund der Zersetzung abgestorbenen Planktons bei der Ankunft nicht mehr einwandfrei war. Auch galt damals wie heute, dass es infolge der unterschiedlichen Strömung-, Wind- und Wettersituationen nie zu konstanten Bedingungen am Entnahmeort kommt, und ob gerade ein Schiff in der Nähe illegal sein Bunkerwasser abgelassen hat, weiß man auch nie.
Was aber immer noch das Hauptproblem ist, sind die langen und teuren Transportwege, die die Sache ausgesprochen unwirtschaftlich machen. Es geht ja nicht nur um ein paar Nanoaquarien, wo besondere Zuchterfolge oder außergewöhnliche Haltungsfortschritte ohnehin eher die Ausnahme sein dürften.

Dies alles waren und sind die sachlichen Einwände der Leute mit langjährigen Kenntnissen der Meeresaquaristik.
Und übrigens: Warum nutzt der größte Teil der wirklich wichtigen meeresaquaristischen Institutionen diese Möglichkeit nicht oder nicht mehr? Du gestattest mir, dass ich da auch einen kleinen Überblick habe. Aktuell fällt mir dabei zum Beispiel das Institut of Oceanography in La Jolla (bei San Diego direkt am Pazifik) ein.

Aber nochmals, jeder muss seine Entscheidung für sich selbst treffen. Hier gilt es die sachlichen Fakten zu diskutieren. Dann hat man ausreichende Hintergrundinformationen und einen Orientierungsrahmen zur eigenen Meinungsbildung.

Gruß

Bernd

Bernd K.

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30

Samstag, 22. November 2014, 12:13

Hab vorhin mal gemessen:

D 1,023
Kh 8,7
Ph 8,1
Ca 450
Mag 1305

Sieht doch ganz gut aus :D
Hallo Betty,

diese Werte sind aber wenig aussagekräftig hinsichtlich der kritischen Problembereiche (Stickstoffverbindungen?, Schwermetalle?, warum ist die Calciumkonzentration höher als der natürliche Gehalt?).

Gruß

Bernd

Harald

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31

Samstag, 22. November 2014, 14:09

diese Werte sind aber wenig aussagekräftig hinsichtlich der kritischen Problembereiche (Stickstoffverbindungen?, Schwermetalle?, warum ist die Calciumkonzentration höher als der natürliche Gehalt?).

@ Bernd

Als erstes sehe ich diese gemessenen Wasserwerte als vollkommen in Ordnung an. Zweitens wie soll ein normaler Aquarianer Schwermetalle und Stickstoffverbindungen messen. Oder meinst du Nitrat, Nitrit, etc.) Ich denke diese Argumention ist völlig fehl am Platz, da sich kein Anbieter von natürlichen Meerwasser es sich leisten könnte "verseuchtes" Wasser anzubieten.
Beste Grüße
Harald

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Ben F.

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32

Samstag, 22. November 2014, 15:05

Hi Bernd,

die Wirtschaftlichkeit des Betriebs eines Meerwasseraquariums mit gekauftem NSW steht ausser Frage. Es kann nur eine sicherer Alternative für Nanoaquarien sein bei dem Preis der aktuell dafür abgerufen wird. Wenn ich mir selber NSW beschaffe, dann stehen mir genau die von dir genannten Erfahrungen und Probleme bevor. Aber das von ATI angebotene Meerwasser kommt a.) nicht mehr aus der Nordsee, sondern aus dem Atlantik und b.) wird jede Charge im Labor analysiert. Schwermetalle werden bei dieser Analyse mit ICP-OES berücksichtigt. (Bitte jetzt keinen Streit über ICP-OES, 95%ige Genauigkeit sind völlig ausreichend und weit besser als jede andere, bezahlbare Alternative).

Auch bin ich völlig bei euch dass die Versprechungen auf dem Etikett des Produktes, freundlich ausgedrückt, etwas hochgegriffen sind. Doch auf welchem Etikett sind sie das nicht. Ich erinnere mich da an so Geschichten wie: einzigartige Wirkstoffkombination ... alle Spurenelemente des Meeres in natürlicher Konzentration usw.

Anscheinend bin ich dir mit meiner Aussage bezüglich der Diskussionsteilnehmer des anderen Forums auf den Schlips getreten. Es war nicht meine Absicht deren Kompetenz in Frage zu stellen, oder ihren Verdienst am Fortschritt der Meerwasseraquaristik schlecht zu reden. Doch bleibe ich aus persönlicher Erfahrung der Überzeugung, dass besonders die fachlich versierten Menschen oftmals neuen Ansätzen gegenüber kritischer gegenüber stehen als nötig. Auch wenn diese neuen Ansätze gar nicht so neu sind.

Es gibt daher keinen Grund uns hier weiter zu beharken. Was ich mir ab hier nun mehr Wünsche sind Erfahrungsberichte jedweden Charakters.
Signatur von »Ben F.«
Gruß,


Ben

Bernd K.

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33

Samstag, 22. November 2014, 15:05

@ Harald,

als erstes müssten sich organische Abbauprodukte ja über Stickstoffverbindungen nachweisen lassen und die kann man leicht messen (nämlich Ammoniak, Nitrit, Nitrat)! Werte wie Mg, Ca oder die Alkalinität sind ja im natürlichen Meerwasser relativ konstant und sagen über die Wasserqualität nichts aus. Ca 450 mg/l sind aber kein natürlicher Wert! Da wurde etwas zugegeben.

Ob alle Anbieter und ggflls. in welchem Umfang Schwermetalle messen können/lassen, kann ich nicht abschließend bewerten. Die teilweisen Messprobleme dürften Dir bekannt sein. Aber dass die küstennahen Meeresgebiete (z.B. Bretange, wo ein Anbieter angeblich sein Wasser holt) nicht immer unbelastet sind (Abwässer aus Häfen, Industrie, Landwirtschaft und Haushalten, Schifffahrt etc.), muss sicher auch angenommen werden.

Weshalb ist da diese Argumentation "völig fehl am Platz"?

Steffi

Garnelensüchtling mit Algentick

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34

Samstag, 22. November 2014, 15:28

Probleme kann's aber auch mit schnödem Kranenberger plus Osmoseanlage geben. Egal was man verwendet, ob Osmose oder Vollentsalzer, diese Anlagen können auch nicht alle Rückstände, die im Trinkwasser vorhanden sind, rausfiltern. Dieses Problem kam letzt mal in der ZML (Zuchtgemeinschaft Mariner Lebensformen) hoch.
Viele Larven haben mittlerweile eine hohe Sterblichkeit, die diese früher nicht hatten.

Grund sind Rückstände von Kontrastmitteln, Medikamenten, Antibiotika, die ins Trinkwasser durchflutschen.

Man sieht also, auch aufbereitetes Leitungswasser bereitet den Wohnzimmerriffen Probleme.

Ich bekomme mein Wasser bisher direkt von Petrus und fahre damit seit 2 1/2 Jahren sehr gut, wobei ich sehr ländlich wohne (gefühlt am Ar&%$ der Welt). Hat Petrus Lieferschwierigkeiten, hole ich mir VE-Wasser bei meinem Händler.
Mir ist klar, daß Regenwasser auch Risiken birgt...
Signatur von »Steffi« Viele Grüße,
Steffi

Tropisches Nano
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Bernd K.

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35

Samstag, 22. November 2014, 15:37

Hallo Ben,

Du bist mir da nicht persönlich auf den Schlips getreten, aber Du wirst verstehen, dass nach meiner Überzeugung Argumentationen bekannter, professionell aktiver Meeresaquaristiker mit vielen Veröffentlichungen oder Tätigkeiten in einschlägigen Institutionen, darunter auch einschlägige Naturwissenschaftler, nicht als Ansichten von gestern abqualifiziert werden sollten. Da braucht man schon echte Belege. Bei Vorbehalten sollten die einzelnen Aussagen diskutiert werden. Da habe ich hier aber noch nicht viel Widerlegendes gelesen.

Über einzelne Angebote will ich gar nicht streiten. Die Entwicklung in der Meeresaquaristik hat sich in den letzten Jahren aber deutlich kommerzialisiert. Ebenso verändert hat sich die Struktur der Aquarianer. Es sind nicht mehr überwiegend die fachlich Interessierten, sondern im Gefolge von Nemofilm, Werbung und Internet viele Leute, die aus Dekogründen ein buntes Becken wollen. Dies kann man an deren Fragen und leider, oft noch schlimmer, an den Antworten in den Foren gut ablesen. Dieser Klientel kann man viele Produkte, oftmals einfachste Chemikalienmischungen, mit hochtrabenden Versprechungen verkaufen. Es ist ein ungeheurer Markt mit großem Wettbewerb entstanden. Da wird oftmals maßlos übertrieben und kann und darf man nicht immer alles glauben. Warum soll es hier 100%ig anders sein???

Ohne über einen bestimmten einzelnen Anbieter weiter diskutieren zu wollen, zunächst kam das Wasser lt. verschiedener Aussagen aus der Nordsee, dann aus dem Antlantik (wohl aus dem Übergangsbereich), dann wurde der Eindruck erweckt es würde auf hoher See entnommen und dort sofort getestet, dann wieder nicht. Für mich persönlich und auch andere sind da Vorbehalte geweckt worden, aber man kann dies natürlich auch anders sehen.

Gruß

Bernd

Dietmar

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36

Samstag, 22. November 2014, 16:25

Hallo Bettina,
ich kann zu Deiner Problematik nur so viel sagen: Ich benutze Ostseewasser welches ich bei Insel Poel aus der Seegraswiese entnehme. In all den Jahren wo ich das mache, ist noch nie im tropischen oder im Kaltwasseraquarium ein Malheur passiert. Eine Belastung durch Umweltgifte die hier in den genannten Beiträgen benannt wurden, trat nie negativ in Erscheinung, obwohl ich das Wasser ohne weitere Manipulationen direkt ins Aquarium zugegeben habe, selbst wenn da Mulm mit drin war. Im Naturwasser ist etwas drin, was selbst das beste Markensalz nicht bieten kann. Das sind organische Komponenten und die wirken sich positiv auf das Aquarium aus, denn es werden Stoffe zugegeben, die im Aquarium schnell abgebaut oder verbraucht sind. Hormone, Chelate, Hefen, Pilze und so weiter kann man durch die beste Salzmischungen nicht ersetzen und daher befürworte ich den Einsatz von Naturwasser. Natürlich können Krankheitserreger darin enthalten sein, besonders wenn man Organismen wie Schnecken und Copepoden im Wasser drin hat. Ich denke dass letztere eher die Parasitenträger sind. So hatte ich einmal das Pech, einen Parasiten einzuschleppen, von dem war allerdings nur ein Tier befallen (von 20 Fischen im Aquarium). Reines Hochseewasser wird keine lebenden Organismen enthalten, denn die sind in unseren Breitengraden streng stenotherm. Küstennahes Wasser wird allerdings von relativ anpassungsfähigen Getier besiedelt, die durchaus mit Temperatur- und Dichteschwankungen zurechtkommen- als Beleg kann man die Artenverschleppung in den heimischen Gewässern ansehen. Ob in den Behältern im Verkauf noch was drin ist kann ich nicht beurteilen, möglich ist es und es ist wahrscheinlich dass es nicht so schnell abstirbt. Aber wie schon geschrieben, wichtig sind die organischen Bestandteile im Wasser weil sie einen deutlich sichtbaren Effekt auf das Aquarium haben.
@Steffi, die Belastung von nicht zu filternden oder durch Adorber entfernbare Komponenten nimmt zu und das ist ein ernst zu nehmendes Problem. Die Wasserbetriebe haben große Probleme Hormone und Medikamentenrückstände zu entfernen und das hat in der Tat Auswirkungen auf Fauna und Flora. Insbesondere sind die im Nahrungsnetz oben stehenden Tiere betroffen. Bei der Zucht können aber auch andere Probleme auftreten, da reichen schon minimale Temperaturschwankungen dass die Larven nicht lebensfähig sind.
LG Dietmar
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Dietmar

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37

Samstag, 22. November 2014, 16:40

Noch was zur Problematik der durch uns messbaren organischen Bestandteile. Die unterliegen in unseren Breitengraden erheblichen Schwankungen je nach Jahreszeit; es kann durchaus zur Limitierung von P und N kommen. So ist bei Entnahme im Winter oder im Frühjahr mit höheren P, N und Si Anteilen zu rechnen aber auch mit vielen Larven von Evertebraten, die bei höheren Temperaturen und das durch Zunahme der Lichtdauer entstehendes Phytoplankton sich weiterentwickeln. Diese Bestandteile sind Teil der Nahrungsnetze und gut fürs Aquarium. Das bisschen P und N kann man beim Wasserwechsel vernachlässigen, es sei denn man ist ein Fan von absoluten "0" Werten.
LG Dietmar
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Nuby

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38

Samstag, 22. November 2014, 17:47

Hallo bernd,
der erhöhte c- wert kommt vermutlich durch die kalkwasser zugabe, die ich bis vor kurzem noch wegen fadenalgen durchgeführt habe. Leider ohne bleibenden erfolg, vermutlich weil ich den ph wert nicht konstant hoch halten konnte.

Allerdings sind die fadenalgen seit der zugabe vom nmw nicht mehr geworden. Im gegenteil, ich habe das gefühl dass sie weniger werden.

Hallo dietmar,
Danke für deinen beitrag. Ich habe ja gleich einen deutlich positiven effekt feststellen können. Das muss ja eine ursache haben. Ich denke auch, dass trotz langem transport noch organismen im wasser sind, die selbst gutes salz nicht ersetzen kann.

Vermutlich besteht die gefahr krankheitserreger ins becken mit einzubringen, aber wer weiss denn, was in unserem leitungswasser so alles enthalten ist? Ich denke, es muss jeder für sich entscheiden, was für sein becken am besten geeignet ist.
Signatur von »Nuby« Liebe Grüsse
Bettina
:bye:

Bernd K.

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Samstag, 22. November 2014, 18:02

Hallo,

mich wundern hier all die sorglosen Berichte, stehen sie doch im starken Widerspruch zu den vielen veröffentlichten Meereszustandsberichten der unterschiedlichsten Fachinstitutionen!
Das Umweltbundesamt schreibt z.B. "die Meeresstrategie Rahmenrichtlinie für die deutschen Nord-und Ostseegebiete zeigt, dass der gute Umweltzustand verfehlt ist."

Kürzlich veröffentlicht wurden Berichte über die Belastung untersuchter Speisefische und Muscheln. Da wurden erhebliche Belastungen mit TBT (Tributylzinn) gefunden, bei Fischfilets in Tomatensoße waren alle 16 untersuchten Proben belastet.
Geringste Konzentrationen des hochproblematischen, endokrin wirkenden TBT führen zu starken Eingriffen in den hormonellen Haushalt und hat bei vielen Mollusken der Nordsee zu erheblichen Artrückgängen geführt. TBT, welches z.B. in Antifoulinganstrichen der Schiffe weit verbreitet ist, wird auch trotz zwischenzeitlichem Verbot in der EU noch Jahrzehnte aus dem Meeressediment gelöst werden.

Es gibt Untersuchungen zum Rückgang der Delfine im Nordostatlantik (wozu die Nordsee gerechnet wird), die DDT und PCBs hierfür verantwortlich machen, ebenso zur Belastung der Eier der Seeadler, zur Anreicherung in Fischen usw., usw..
Über die Flüsse, vor allem aber auch durch die Offshoreindustrie wurden Anreicherungen mit Cadmium, Blei, Kupfer und Quecksilber im erheblichen Ausmaß eingetragen. Bei manchen Fischarten des Nordostatlantik finden sich häufig von Quecksilber verursachte Geschwüre.
Die Sedimente weisen hohe Belastungen mit sogenannten POPs (Persistant Organic Pollutants) auf, neue Schadstoffe wie Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) machen immer mehr Sorgen, ebenso Monobutyl-und Dibutylzinn (z.B. aus Pilzgiften der Landwirtschaft).
Hierzu könnte man noch seitenweise schreiben, und wer dies bezweifelt braucht nur einmal zur Schadstoffbelastung der Meere zu recherchieren.

Ob man dies seinen Aquarientieren unter Umständen zumuten möchte bleibt jedem selbst überlassen. Das man mit kurzzeitigen Beobachtungen nicht die Wirkung von " POPs", also langfristig wirkenden organischen Schadstoffen beurteilen kann, liegt auf der Hand und wem zum Beispiel seine Schnecken im Nanobecken wegsterben, der sollte einmal daran denken.

Gruß

Bernd

Ps. Dass Fadenalgen mit natürlichem Meerwasser bekämpft werden können, wäre einmal ein neuer Ansatz. Da bin ich sehr gespannt.

Dietmar

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40

Samstag, 22. November 2014, 18:03

Hallo Bettina,
gern geschehen!
Nun im Leitungswasser sollte nix drin sein, was krank macht. Schon aus reiner Vorsicht würde ich ja zu Bier raten, denn das wird noch besser überwacht als Trinkwasser...
Krankheitserreger der Küstengewässer sind vor allem Trematoden und einige Bakterienarten. Bakterien benötigen zwar Siedlungssubstrat aber in den flachen Gewässern des Schelfs reicht die Durchmischung der Wassersäule durchaus bis 200 Metern Tiefe und so können sie von ihren Substraten und Sedimenten aufgespült werden. Aber Angst musst Du deswegen nicht haben. Die meisten dieser Organismen sind im tropischen Aquarium nicht lebensfähig und wie schon geschrieben kommen in erster Linie Schnecken und Copepoden als Überträger in Frage.
LG Dietmar
Signatur von »Dietmar« FG Meeresaquaristik Berlin-Brandenburg

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