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Dienstag, 7. Oktober 2014, 21:07

Umbruch in der Meeresaquaristik?

Hallo Zusammen!
Ich würde dieses Thema gerne mal zur Diskussion stellen:
Waren zu Beginn der Meeresaquaristik noch Fadenalgen erwünscht, hat sich die Haltung von niederen Tieren und Fischen innerhalb recht kurzer Zeit durch die Entwicklung von Technik und Salzen zu einem viel einfachererem Hobby entwickelt, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war.
Die Becken werden mit Lebendgestein bestückt, es gilt eine Einfahrphase von mehreren Monaten einzuplanen und möglichst auch einzuhalten, gegen Ende derer die sogenannte "Cleaningcrew" einzieht, um die gewucherten Algen zu vertilgen. Danach dürfen die ersten robusten Weichkorallen einziehen, das Becken wird langsam besetzt, bis die ersten Fische ihren Lebensraum im künstlichen Habitat finden.
Mittlerweile tuen sich aber einige Alternativen auf...
Sogenannte Schnellstarts gelingen immer häufiger, der Korallenbesatz wird schon nach wenigen Tagen eingebracht, und um den Nährstoffhaushalt zu gewährleisten, ziehen die ersten Fische schon nach wenigen Wochen ein.
Es werden Becken ohne Bodengrund erfolgreich betrieben, eine überdachte Relation zur Gesteinsmenge und geplantem Besatz erscheint als Garant für eine langfristig gute Entwicklung, und auch die beschworenen 10prozentigen wöchentlichen Wasserwechsel reduzieren sich bis auf ein Minimum.
Zur betrieblichen Unterstützung gesellen sich diverse Versorgungssysteme, wozu auch die Verwendung von natürlichem Seewasser in den Fokus der Anwender gerät.
Ist dies nun ein Umbruch in der Meerwasseraquaristik, welcher einen positiven Tenor nach sich ziehen wird?
Oder sind dies nur "unerforschte" Wege zu einer weiteren Vereinfachung unseres geliebten Hobbys?
Sicherlich wird es derzeit darauf keine klare Antwort geben, da kaum Langzeiterfahrungen vorliegen. Aber ist vielleicht ein Trend erkennbar, welcher einen neuen Weg vorgibt?

Nuana

User

Beiträge: 302

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2

Dienstag, 7. Oktober 2014, 21:47

ha

Hallo Dirk,

das frage ich mich auch oft. Entweder.sind die Salze so viel besser geworden oder es gab zuviele
Panikmacher. Anfänger wurden bevor sie etwas anderes zu probieren wagten von den möglichen finanzellen Schäden abgeschreckt.
Momentan hab ich das Gefühl das das Internet dazu beigetragen hat das es viele erfolgreiche Einsteiger gibt.
Viele Händler konnten Unwissenheit zu ihren Gunsten ausnutzen.
Auch ich hab nur aus Forenrecherge begonnen.
Danke an die zahlreichen Helfer auch speziellen Dank an dich.
Deine Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft ist vorbildlich.
Signatur von »Nuana« LG Roland

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NudelNoob (08.10.2014)

Sylvio

Fachbereich Marine Nachzuchten

Beiträge: 522

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3

Dienstag, 7. Oktober 2014, 22:07

Hallo Dirk

Bis jetzt steckt noch alles in den Kinderschuhen aber der Umbruch wird kommen . (wetten)

Schnellstartaquarien im Baukastensystem.

nur wenn alle Bausteine passen wird so ein System funktionieren.

Aber da unsere Hersteller sich nicht alle einig sind ,bastelt jeder in seinen Stübchen.

Und so wird noch kein Baukasten draus :)


Ich selber fahre eine 1200l Fischanlage ohne Bodengrund und ohne Steine


Es kostet aber viel Technik, Zeit , und Aufmerksamkeit .


Ein Fehler ,das verzeiht dir die Anlage nicht


In altbewärten Anlagen werden so manche Fehler abgefangen.


Die Zeit wird reifen,aber ob das Hobby dann noch so interessant ist wie heute mag ich bezweifeln.


MfG Sylvio
Signatur von »Sylvio« Dem Tatendrang immer eine Spur voraus

4

Dienstag, 7. Oktober 2014, 22:53

Hi Sylvio!

Zitat

Die Zeit wird reifen,aber ob das Hobby dann noch so interessant ist wie heute mag ich bezweifeln.

Ich denke, das ist am Ende eine Frage der Deklaration, in wie weit das Hobby an Interesse gewichtet ist...?
Sofern sich der Schwerpunkt auf die Einstellung und Regulation von Wasserparametern bezieht, mag das Interesse in den Hintergrund rücken!
Ich, für meinen Teil, sehe aber eher die Beobachtung und Entwicklung eines Beckens im Vordergrund, weshalb mir das Betreiben dessen durch Fortschritt und Innovation erleichtert wird/ werden kann...
Was für Einsteiger vielleicht einen großen Vorteil bringt...!?

Herbert_Wien

Seepferdchenfan

Beiträge: 1 366

Wohnort: Wien

Beruf: IT Manager

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5

Dienstag, 7. Oktober 2014, 23:02

Ich denke, das ist am Ende eine Frage der Deklaration, in wie weit das Hobby an Interesse gewichtet ist...?
Ja, da bin ich ganz bei dir ...

Ich finde die Beobachtung und die Entwicklung der Tiere und die Erforschung nachhaltiger Zuchterfolge das (für mich) interessante an diesem Hobby. :smile:

Ganz besonders, weil ich gestern wieder einmal ein Doku gesehen habe, was wir Menschen mit und in den Meeren und Ozeanen anstellen und für imxmer zerstören.

Ich finde es jedenfalls gut, wenn Dank fortschrittlicher Salze und Technik das Betreiben von Meerwasserbecken erleichtert wird. :good:

P.S.
Letztendlich muss man ja auch einemx Job nachgehen, und möcht hin und wieder in den Urlaub fahren!
Signatur von »Herbert_Wien«
Liebe Grüße aus Wien, :hut:

Herbert
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Zucht von H. reidi, H. barbouri, H. erectus & H. zosterae

Harald

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6

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 09:06

Sicher ist einiges einfacher geworden, alleine auch deswegen weil sich die Hardware zugunsten einer positiven Meerwasseraquaristik entscheidend verändert hat. Es fängt an beim Licht, alleine da sind in den letzten Jahrzenten erhebliche Fortschritte getätigt worden. Ich kenne noch die Beleuchtungssysteme über T 12 und HQL, T 8 und HQI, T 5 und HQI, sowie zuletzt LED oder auch Plasma. Weiter abenteuerliche Abschäumer die selbst konstruiert worden sind. Adsorber gab es nicht, oder solche die ihren Zweck nicht erfüllten, oder auch nicht erfüllen konnten. All diese Sachen haben sich im Laufe der Jahre deutlich verbessert, und sind heute nicht mehr wegzudenken.

Ein Wandel oder umdenken gibt es auch hinsichtlich der Dekoration, früher oder teilweise auch jetzt noch wurde/wird das Berliner System bevorzugt. Heißt vereinfacht du startest mit möglichst viel Lebendgestein, hohen Bodengrund, und wartest dann eine gewisse Zeit um dann die ersten „robusten“ Korallen einzusetzen. Sicher auch das System wurde/wird mit großen Erfolg betrieben. Heute geht der Trend eindeutig zu weniger ist mehr. Soll heißen kaum Lebendgestein (wenn überhaupt noch, mein Ansatz LG ist schon lange nicht mehr erste Wahl) und ein luftiger Aufbau mit schnellem Korallenbesatz. Warum schneller Korallenbesatz? Die Korallen sind in der Lage Ammonium aufzunehmen und somit viel schneller die Auswirkungen der Nitrifikation zu minimieren. Dieser Prozess erfolgt also unmittelbar und nicht erst nach Tagen oder Wochen.

Aber über eins muss man sich bewusst sein, nicht die beste Technik ist entscheidend oder egal wie man startet, sondern der der vor dem Aquarium sitzt ist entscheidend. Grundlagen sind unabdingbar.
Beste Grüße
Harald

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7

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 11:43

Hallo

Das ist ein super thema
Im neuen meerwasser aquarianer hat sie auch begonnen,dort gibt es einen tollen bericht über spurenelemente im meerwasser aquarium.
Dieser bericht bestärkt mich in dem was ich schon immer behauptet habe weniger ist mehr,wir schütten spurenelemente in unsere becken und wundern uns, warum hin und wieder korallen den geist aufgeben,aus unserer sicht gibt es dafür keinerlei anhaltspunkte.
Bei der technik kann man sicher nicht auf alles verzichten, aber auch dort gilt weniger ist mehr.
Signatur von »DSB 05« Schöne Grüsse
Rolf :thumbsup: :drinks:

AlexU

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8

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 13:11

Hallo,

ich betreibe, seit ich vor gut 2 jahren angefangen habe, alles nur mit starker beleuchtung und starken strömungspumpen. Abschäumer habe ich nicht, dafür lasse ich algen wachsen, auch die hässlichen. zu einer plage ist bisher nichts geworden, die korallen wachsen mit und ohne schmier-, faden- und büschelalgen. Es vermehren sich ohne zutun schwämme und röhrenwürmer, und seit einger zeit erkenne ich bei den acropora- und montipora-korallen endlich auch klare blau-töne :-). Phosphatabsorber benutze ich allerdings.

Ich denke, der hauptunterschied zu vor-meiner-zeit ist der, dass man damals tatsächlich zu behutsam zu wenige korallen gleichzeitig eingesetzt hat und damit die "dreck"-verbraucher gefehlt haben. Übermäßige algenbekämpfung ist vielleicht auch nicht so gut.

Grüße
Signatur von »AlexU« Liebe Grüße und immer stabile Wasserwerte :Ich bin so fröhlich:

Alex

Caren

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9

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 13:41

Moin,

das Algenrefugium(360L) fürs große Becken füllt sich langsam mit glasrosenfreien Steinen.
Wenn die Schneckchen weiter so fleißig sind, haben sie in ca 14 Tagen alle Steine freigefressen.

Bis dahin steht dann auch das Hauptbecken(900L) an seinem Platz.

Da alle Steine seit Monaten in meinen Übergangsbecken auf ihren Einsatz warten, werde ich auch gleich ein paar Weich- und Lederkorallen einsetzen, sobald der Riffaufbau steht.

Es kommen auch wieder Algen ins Hauptbecken, hat sich bei mir bewährt.

Mit fischem LG würde ich nicht so schnell besetzen, da dort ja immer noch was wegstirbt.

LG
Caren
Signatur von »Caren«

Dietmar

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Mittwoch, 8. Oktober 2014, 15:11

Hallo Dirk,
interessant diese Diskussion. Nach meiner Erfahrung verändert sich die Meerwasseraquaristik seit sie besteht. Interessen verändern sich, Technik wird mehr oder weniger verbessert, Salze sind recht einfach in der Handhabung und auch die Qualität ist ordentlich. Sicher besetzt man ein Aquarium heute schneller als früher doch wie schon angedeutet haben sich die Interessen der Aquarianer hinsichtlich des Besatzes verändert. Früher waren es reine Fischaquarien, später kam LS und Weichkorallen, dann der Stübersche Erfolg mit Acropora und so weiter.
Was aus meiner Sicht nicht mithält ist der Wille sich biologische Zusammenhänge zu erschließen und zwar vor dem planmäßigen Besatz. Das betrifft ganz besonders die Vergesellschaftung der Tiere und wehe es gedeiht nicht alles. Dann wird mit Aktionismus gehandelt anstatt sich die Ursachen zu analysieren.
Der Trend zu man nehme und alles ist gut, ist ein Irrweg, da die Auseinandersetzung mit dem Lebensraum der Tierwelt in den Hintergrund und das Betrachten eines schönen Aquariums zu sehr in den Vordergrund gestellt wird.
Genau wie das Bedürfnis Nanoaquarien zu betreiben, wenn monetäre Mittel Zwänge auferlegen. Tut man sich und den Tieren damit einen Gefallen? Ich habe da meine Zweifel.
Schauen wir uns die technischen Voraussetzungen an, so gibt es eigentlich nur wenig wirkliche Innovationen. Und wenn es die nicht gibt, wird eben ein bewährtes Produkt durch eine Designänderung auf modern getrimmt. Das hat nicht wirklich was mit Fortschritt zu tun sondern mit Obsoleszez. Wenn man das notwendige Licht mit wesentlich weniger Energie erzeugen könnte, dann wäre das etwas gutes. Eine 150 Watt HQI durch 150 Watt LED Lampen zu ersetzen- wo bleibt da der Fortschritt? Die Stromversorgung ist doch der Hauptkostenfaktor am Aquarium und das Licht hat den Löwenanteil daran. Und ein Aquarium mit Technik aufzurüsten bindet nicht nur Mittel die für die Beschaffung der Tiere verloren gehen sondern beinhaltet immer die Gefahr eines Versagens und letztendlich den Zusammenbruch des Systems. Wirklich ein Fortschritt?
Dieter hatte das Fazit seiner Aquaristik mal genannt: Mit einfachen Mitteln zum Erfolg!
LG Dietmar
Signatur von »Dietmar« FG Meeresaquaristik Berlin-Brandenburg

amcc

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11

Mittwoch, 8. Oktober 2014, 19:26

Zitat

Aber über eins muss man sich bewusst sein, nicht die beste Technik ist entscheidend oder egal wie man startet, sondern der der vor dem Aquarium sitzt ist entscheidend.


Da hat Harald aus meiner Sicht völlig recht.
Dieser Trend zum "Baukasten-Aquarium"; "ich nehme System x oder y oder z und mache das nach Rezept dann funktioniert es auch" ersetzt nicht denjenigen, der davor sitzt, ein Bewusstsein für die Zusammenhänge entwickelt und gezielt reagiert.
Derjenige hat es nur heute leichter als vor 10 oder 20 Jahren.
Harald hat ja schon so einiges aufgeführt; und DIetmar könnte sicher auch noch aus der Fundgrube holen, wie man früher in den neuen Bundesländer MW-Aquaristik betrieben hat. Funktioniert hat es auch; es ist nur heute wirklich definitiv einfacher geworden.
Ein Trend hat sich allerdings gehalten: wenn irgendwo "Meerwasser" drauf steht sidn die trivialsten Dinge immer gleich doppelt so teuer.
Signatur von »amcc« Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen! (Aristoteles)
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Salzige Grüße
Achim

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