"Interessanter Artikel" über die Haltung von Seepferdchen

    • Hallo Harald,
      glaub mir, ich kann Zwergseepferdchen und größere Seepferdchen sehr wohl auseinander halten.
      Und es waren SPS und keine Gorgonien. ;)

      hier der Link: meerwasserforum.info/index.php…ippocampus-comes-und-SPS/

      Außerdem habe ich nie gesagt, dass Seepferdchen in einem normalen Riffbecken gehalten werden sollen, sondern dass es sehr wohl ok ist, dass sie mit diversen Korallen und einigen Fischarten bis hin zu Doktoren gut zusammen gehalten werden können.

      Das ist definitiv ein Unterschied.

      Liebe Grüße
      Elena
    • Hallo Elena

      Es gibt da noch einen Thread von Dietmar, den von dir verlinkten kannte ich nicht.

      ElenaSee schrieb:

      Das ist definitiv ein Unterschied.
      Das mag aus deiner Sicht so sein aber ich persönlich finde das es falsch interpretiert werden könnte.

      ElenaSee schrieb:

      bis hin zu Doktoren gut zusammen gehalten werden können
      Deine Meinung.
      Beste Grüße
      Harald

      Marine Nachzucht ist eine Chance, wenn man den Mut aufbringt sie zu nutzen.
      Ich entscheide mich für den Mut.
    • Mahlzeit,

      Ich weiß leider nicht mehr wo, aber ich habe vor einiger Zeit auch mal Reidis in einem großen Riff gesehen. Es war ein wirklich großes Aquarium und die Reidis waren auch sehr groß und agil. Möglich ist es.

      Ich muss Harald aber auch recht geben, es kann falsch rüber kommen und ein Anfänger könnte auf die Idee kommen sich Pferde ins 500l Gesellschaftsbecken, womöglich eh überbesetzt mit Doktoren... zu setzen.

      Grundsätzlich bin ich auch für die klare Äußerung das Seepferdchen in Artenbecken gepflegt werden sollten.

      Elena schrieb aber auch: "Seepferdchen mit SPS im Aquarium zu vergesellschaften, halte ich eher für einen größeren Aufwand. Die Seepferdchen brauchen sehr viel Futter und das widerspricht den Haltungsbedingungen für SPS - sauberes Wasser."

      Sehe ich genau so. Wobei man auch sagen muss das die Pferde wohl weniger ein Problem mit den SPS haben werden, eher umgekehrt - die in den Aquarien eher kleinen SPS werden sich durch das Festhalten massiv gestört fühlen. Problematisch wird es wenn Anemonen oder stark nesselnde LPS im Becken sind. Da wird das Pferd massive Probleme bekommen.
      Lieben Gruß aus Osnabrück,

      Niklas
    • Hallo Elena,
      leider muss ich dir da widersprechen, meiner Auffassung und Erfahrung nach sollte nach sollte man sollte man Seepferdchen nicht mit Korallen, Lebendgestein und schnell schwimmenden sowie großen Fischen vergesellschaften. Es mag sein das du ein oder mehrere Bilder von Seepferdchen in der freien Natur zwischen Lebendgestein, Korallen und Fischschwärmen gesehen hast. Aber unsere Tanks sind nicht die freie Natur. Gern erläuter ich das am Donnerstag abend ausführlich, da bin ich nämlich wieder aus dem Krankenhaus raus und ich habe wieder besseren Zugang zum Netz.
      Hier nur einige erste Stichpunkte, Stress, Schadstoffdichte und Krankheiten.
      LG
      Ralf
    • tenrek schrieb:

      Es mag sein das du ein oder mehrere Bilder von Seepferdchen in der freien Natur zwischen Lebendgestein, Korallen und Fischschwärmen gesehen hast.
      Hallo,
      es ist nicht nur meine Meinung, sondern jahrelange Praxis mit weit mehr als hundert Seepferdchen verschiedener Arten - natürlich nicht mit Zwergseepferdchen. Ich habe nicht nur Bilder geguckt, sondern es von 2004 bis heute fast immer gemacht und bin damit gut gefahren.
      Krankheiten gibt es bei Seepferdchen auch ohne Fische.

      Jeder kann es nach seinem Belieben machen, aber nicht jeden verurteilen, der Seepferdchen mit Fischen hält. Es geht - sogar gut, wenn man will.

      Und falsch rüberkommen kann jeder Bericht.
      Es gibt nichts auf der Welt, das nicht irgendjemand falsch interpretieren könnte.
      Und wer ohne weitere Nachfrage nach so einem Artikel einfach sein Becken einrichtet und betreibt, hat schon verloren - egal ob es sich hier um diesenArtikel oder irgend einen anderen über Aquaristik oder Tierhaltung handelt. 1 Interview dieser Größenordnung(selbst wenn es richtig wäre) kann niemals alles abdecken.
      LG Elena
    • Hier nun wie angekündigt einige Erläuterungen zu meiner Aussage,


      tenrek schrieb:

      meiner Auffassung und Erfahrung nach sollte nach sollte man sollte man Seepferdchen nicht mit Korallen, Lebendgestein und schnell schwimmenden sowie großen Fischen vergesellschaften.

      Seepferchen werden schon lange in der Aquaristik gehalten aber weit mehr wurden ihre Bestände durch die traditionelle Medizin geschwächt. Mitte der 1990er Jahre betrug die konservative Schätzung der Menge der weltweit importierten getrockneten Seepferdchen 56 Tausend Tonnen, was 20 Millionen Individuen entspricht (Vincent 1996). Trotzdem ist ihr Leben noch sehr wenig erforscht. Das änderte sich erst langsam als nach Unterschutzstellung, die Aquakultur von Seepferdchen an Bedeutung gewann.
      In der Natur findet man Seepferdchen in Habitaten mit Nesseltieren, Korallen, Makroalgen, Mangrovenwurzeln, Oktakorallen, Seegräsern, Schwämmen und Tunikaten, wo sie sich mit ihrem Greifschwanz am Substrat verankern, sowie auf offenen sandigen und schlammigen Böden oder in Felsspalten (Choo & Liew, 2003; Dias & Rosa, 2003; Kendrick & Hyndes , 2003; Lourie et al., 2004; Curtis & Vincent, 2005, 2006; Lourie et al., 2005; Martin-Smith & Vincent, 2005)
      Da Beute in Gebieten mit gutem Wasseraustausch reichlich vorhanden ist, neigen sie dazu, nur Ränder geeigneter Habitate zu besiedeln (Breder 1942). Insgesamt ist der am häufigsten gemeldete Lebensraum Seegras und Mangroven der am wenigsten gemeldete (Foster & Vincent, 2004).
      In der Natur sind die Habitate der Seepferdchen gut durchspült, die zur Verfügung stehende Wassermenge geht fast gegen Unendlich. Es ist deshalb anzunehmen, dass die Schadstoffkonzentrationen und die Keimdichte gering sind.
      Die Populationsdichten für Seepferdchen sind im Allgemeinen niedrig (zwischen 0-0,51 Individuen/m²) mit fleckiger Verteilung, können aber in einigen Seegrasflecken bis zu 10 Individuen/m² erreichen (Foster & Vincent, 2004). Die Tiere können selbst entscheiden in welchem Teil des Habitats sie sich wann aufhalten möchten, was ihnen im Aquarium nicht möglich ist. Darüber hinaus ist der Aktionsradius weiblicher Seepferdchen sehr groß.
      Das alles läßt sich so nicht auf unsere Aquarien übertragen. Die Wassermenge ist auf einige (im günstigsten Fall) hundert Liter beschränkt. Durch die Dekoration und die Ecken im Aquarium entstehen trotz Strömungspumpen strömungsarme Stellen an denen sich Schadstoffe und Keime sammeln können. Befinden sich nun scharfkantiges Gestein, Korallen oder andere Nesseltiere im Becken an denen sich die Tiere mit ihrem Greifschwanz festhalten, können sie sich Mikroverletzungen oder Verneselungen der Haut zufügen. Durch diese Verletzungen werden die Tiere zumindest gestresst. Sie bieten aber Keimen auch die Möglichkeit die Schutzbarriere Haut zu überwinden. Ich vermute, darin auch einen Grund dafür, dass sich eine Vibrioneninfektion meist von der Schwanzspitze her aus ausbreitet.

      Seepferdchen haben keinen Magen, sie besitzen einen Darmmagen. Dadurch passiert das Futter das Verdauungssystem der Tiere sehr schnell und zum Teil schlecht verdaut. Sie müssen deshalb eigentlich immer Futter zur Verfügung haben. Es ist deshalb meiner Auffassung nach nicht zielführend ein oder zweimal am Tag den Tieren eine große Futermenge zu reichen. Erstens sind es langsame Fresser und zweitens je mehr die Tiere auf einmal fressen umso schneller und unverdauter scheiden sie das Futter wieder aus. Sind die Seepferdchen jetzt noch mit schnellschwimmenden, schnellfressenden Fischen vergesellschaftet haben sie beachtliche Futterkonkurrenz und stehen dazu noch ständig unter Stress.


      ElenaSee schrieb:

      Krankheiten gibt es bei Seepferdchen auch ohne Fische.
      Natürlich gibt es Krankheiten auch ohne Fische, das bestreitet auch keiner. Es ist nicht die Frage ob eine Krankheit ausbricht, sondern wann und wie stark sie ausbricht.
      Ziel ist es deshalb, zumindest bei mir, den Tieren die besten Bedingungen zu bieten, damit Krankheiten so selten und schwach wie möglich auftreten.

      ElenaSee schrieb:

      Jeder kann es nach seinem Belieben machen
      das sehe ich nicht ganz so, jeder sollte den Tieren die bestmöglichen Bedingungen anbieten und sie am besten nach dem neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand halten. Denn nur so nehmen wir den Gegnern der Heimtierhaltung den Wind aus den Segeln.

      ElenaSee schrieb:

      Und wer ohne weitere Nachfrage nach so einem Artikel einfach sein Becken einrichtet und betreibt, hat schon verloren

      Der Artikel ist wohl in über einhundert, zum Teil namhaften, Publikationen erschienen auch unter dem Hinweis „Direkt aus dem dpa-Newskanal“. Da glaube ich schon, dass mancher ihn leider zur Richtschnur seines Handelns macht.


      ElenaSee schrieb:

      nicht jeden verurteilen, der Seepferdchen mit Fischen hält
      Ich verurteile niemanden der Seepferdchen mit Fischen hält, darum geht es ja auch nicht. Es muß aber auch möglich sein darauf hinzuweisen, welche Lebewesen für die Haltung mit Seepferdchen, nach jetzigem Kenntnisstand, geeignet sind und welche nicht. Das ist dann natürlich eine persönliche Meinung, die zwar meiner Erfahrung und der mir zur Verfügung stehenden Literatur entspringt, die aber logischerweise nicht unbedingt und in jedem Fall immer richtig ist. Deshalb finde ich dieses Forum hier auch so spannend, um zu diskutieren, auszutauschen und voneinander zu profitieren.
      LG
      Ralf